Wobei der Protagonist nicht nur das Stück im Auge behält, sondern auch eine junge Krankenschwester und seine Frau. Und sich schließlich auch selbst inszeniert. Martin Walser spielt virtuos viele Spielarten der Liebe durch, was nicht nur ein bisschen lächerlich komödiantisch wirkt, sondern auch ziemlich tragisch: Verheimlichung, Ehe und Ehebruch, Sehnsucht und Peinlichkeit alternder Männer inklusive. Denn am Ende stellt sich alles als vergebliche Liebesmüh heraus. Gut möglich, dass sich der Mittachtziger selbst ein bisschen aufs Korn nimmt. Wieder ein Buch über Liebe und Leidenschaft, suchend und irrend, so, wie es nur Martin Walser zu schreiben vermag.

Martin Walser: Die Inszenierung, Rowohlt, 174 Seiten, 18,95 Euro.