Der Abteilungsleiter beim sächsischen Verfassungsschutz, Olaf Vahrenhold, sagte, es sei damit zu rechnen, dass die Nachwuchsorganisation „Junge Nationaldemokraten“ (JN) zu den bisherigen neun Kreisverbänden weitere Stützpunkte aufbaue. Unter dem Motto „Heimat erleben“ würden Rechtsextremisten junge Leute gezielt zu Wanderungen und Klettertouren einladen. Nach einem Bericht des „Focus“ will die NPD in Sachsen gezielt lokale Vereine und Elternbeiräte unterwandern.
Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft gegen den Landtagsabgeordneten Jürgen Gansel Vorermittlungen übernommen. Der Vorwurf: Gansel soll als Verfasser in einer politischen Werbebroschüre volksverhetzende Argumente verbreitet haben. Dresdens Oberstaatsanwalt Jürgen Schär bestätigte am Wochenende Vorermittlungen gegen Gansel. In der von ihm geschriebenen Broschüre soll er sich einer der NS-Propaganda ähnlichen Rassenideologie bedient haben. Zudem soll er von „psychologischer Kriegsführung jüdischer Machtgruppen“ gesprochen haben.
Der Dresdner Politikwissenschaftler Werner Patzelt appellierte an die demokratischen Politiker, sich um die wachsende Gruppe frustrierter Ostdeutscher zu kümmern, aus denen sich möglicherweise eine Stammwählerschaft für die NPD formieren könnte.
(ddp/cd)