Die NPD sei bereits in den Landtagen von Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen vertreten, das nächste Ziel sei Brandenburg, sagte die Verfassungsschutzchefin Winfriede Schreiber gestern.
Die jetzt im märkischen Landtag vertretene rechte DVU stürze bei den Wählern geradezu ab, meinte Schreiber. Bislang habe der Deutschlandpakt zwischen NPD und DVU gegolten, wonach Brandenburg der DVU überlassen wurde. Wenn die NPD bei den Kommunalwahlen 2008 gut abschneide, könnte diese Abmachung aber aufgekündigt werden. Entsprechende Stimmen gebe es an der NPD-Basis. Bundesweit sei die NPD längst die wichtigste rechtsextreme Kraft.
Das lasse sich teilweise auch an den Mitgliederzahlen ablesen. In Brandenburg sei die Zahl der NPD-Mitglieder von 130 im Jahr 2004 auf jetzt rund 250 gestiegen. Dazu kämen rund 40 bei der Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten (JN). "Diese bildet das Bindeglied zur Neonazi-Szene." Bei der DVU in Brandenburg sinke die Zahl der Mitglieder. 2005 seien es noch 300 gewesen, ein Jahr später noch 280.
Der Verfassungsschutz geht davon aus, dass die NPD bei den Kommunalwahlen 2008 landesweit antreten will. Da sie dazu zu wenig Mitglieder hat, werde die NPD versuchen, willige parteilose Kandidaten zu finden. "Sie wird versuchen, die Unzufriedenen für sich zu gewinnen", sagte Schreiber. Der ganze Aufbau werde aktiv von den NPD-Landesverbänden in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen unterstützt.
Die NPD beteilige sich zunehmend an öffentlichen Veranstaltungen wie Radtouren und Waldläufen, biete selbst Kinderfeste und Fußballturniere an, berichtete Schreiber. Dabei sei erstaunlich, was die NPD mit relativ wenigen Mitgliedern schaffe. Dadurch wirke sie stärker, als sie eigentlich sei.