Elektrogeräte sollen nach dem Willen des Umweltbundesamts (UBA) eine Mindestlebensdauer-Kennzeichnung erhalten. "In den allermeisten Fällen ist das langlebigere Produkt das umweltfreundlichere", sagte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger am Donnerstag in Berlin. Die Bundesbürger ersetzten Produkte wie Handys und Fernseher aber in immer kürzeren Abständen. Häufig seien die Altgeräte noch funktionstüchtig.

Einen konkreten Vorschlag für die Mindestlebensdauer-Kennzeichnung will das Amt nach Abschluss einer Studie im August vorlegen. Dabei werden von Herstellern auch Angaben dazu verlangt, wie lange sie Ersatzteile vorhalten. Die Bundesbehörde dringt dafür auf eine gesetzliche Regelung. Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) äußerte sich skeptisch. Eine solche Kennzeichnung sei kaum überprüfbar.

Das UBA geht auch dem Vorwurf nach, dass Hersteller die Lebensdauer bewusst verkürzen, um schneller wieder Neuware zu verkaufen. Dafür gebe es bislang aber keine Belege.

Wie eine Kennzeichnung aussehen könnte, ist noch offen. UBA-Expertin Ines Oehme sagte: "Man kann nicht immer nach Jahren messen, sondern in Leistungs zyklen. Bei einer Waschmaschine die Zahl der Waschgänge, bei einer Lampe die Zahl der Brennstunden oder beim Motor die Zahl der Stunden."

UBA-Chefin Krautzberger forderte, Hersteller von Smartphones und anderer mobiler Elektronik-Geräte zum Einbau wechselbarer Akkus zu verpflichten. Das hätte längere Nutzungsdauer und weniger Elektromüll zur Folge.

Verbraucher Seite 10