Die militante Palästinenserorganisation Volkswiderstandskomitees im Gazastreifen, die sich bisher einem Waffenstillstand widersetzte, kündigte am Montag an, auch sie wolle die Vereinbarung einhalten. Die radikalislamische Hamas hatte bereits am Sonntag erklärt, am Abend solle der Waffenstillstand in Kraft treten. Sicherheitskräfte der Hamas würden die mithilfe von Ägypten ausgehandelte Waffenruhe durchsetzen. Die Volkswiderstandskomitees hatten sich nach Angaben eines Sprechers der Hamas zuvor geweigert, die Waffen ruhen zu lassen, weil die israelische Luftwaffe mehrere ihrer Mitglieder bei einem Luftangriff am Donnerstag tötete.

Opfer auf beiden Seiten

Nach Angaben der israelischen Streitkräfte wurden über Nacht noch 15 Geschosse abgefeuert. Die israelische Luftwaffe reagierte vor Mitternacht mit einem Luftangriff. Seit Beginn der jüngsten Zusammenstöße am Donnerstag sind bei israelischen Luftangriffen etwa 15 Palästinenser getötet worden. Zuvor waren bei Anschlägen in Israel acht Israelis ums Leben gekommen.

Die israelische Regierung erklärte, sie sei an einer Waffenstillstandsvereinbarung nicht beteiligt. Aus israelischen Militärkreisen verlautete, es gelte eine inoffizielle Waffenruhe. Israel werde jedoch keinen formellen Waffenstillstand verkünden, sondern sich das Recht vorbehalten, im Fall einer Bedrohung militärisch einzuschreiten.

Das neue Raketenabwehrsystem in Israel konnte nach Angaben der Streitkräfte nicht alle Raketen aus dem Gazastreifen abfangen. So seien am Samstag vier von fünf Raketen zerstört worden, sagte Oberst Zvika Haimovitch. Die fünfte sei eingeschlagen und habe einen Mann getötet.

Abbas verschiebt Wahl erneut

Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas verschob unterdessen zum dritten Mal die geplante Kommunalwahl. Er wolle sicherstellen, dass die Wahl sowohl im von der Hamas kontrollierten Gazastreifen als auch im Westjordanland stattfinden könne, sagte Abbas. Denselben Grund nannte er bereits, als er die Wahl vom 9. Juli auf den 22. Oktober verschob. Ein neues Datum für die Abstimmung nannte er nicht.

Abbas hat seine reguläre Amtszeit als Präsident bereits überschritten und regiert im Westjordanland per Dekret. Die Hamas übernahm im Juni den Jahres 2007 die Macht im Gazastreifen und installierte eine Nebenregierung zur Autonomiebehörde von Abbas. Versöhnungsgespräche erzielten bisher keine Fortschritte.