Mit diesem Spruch möchten der Verein "Für Heuersdorf" und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft mbH (Mibrag) und die sächsische Regierung zum Umstimmen bewegen. Die Mibrag will das Dorf südlich von Leipzig abbaggern, um darunter liegende Kohle für das Kraftwerk Lippendorf zu fördern. Die Regierung arbeitet an einem neuen Gesetz, dass die Auflösung der Gemeinde regeln soll.
Während die Mibrag keine Alternative zum Abbaggern sieht, strebt Heuersdorf ein "Nebeneinander von Braunkohletagebau und dörflichem Leben" an, bekräftigte der Heuersdorfer Bürgermeister Horst Bruchmann am Freitag auf Anfrage von dpa. Gemeinde und Bürger seien bereit, einen Großteil der Gemarkung Heuersdorf für den Braunkohletagebau zur Verfügung zu stellen und Beeinträchtigungen durch den Abbau zu dulden. Zugleich gelte es Leistungen zu vereinbaren, die ein Nebeneinander von Tagebau und Dorf ermöglichen.
Auch die Mibrag hatte sich für einen Konsens ausgesprochen. Ende Oktober 2002 wurde in Heuersdorf ein "Dialog Gemeinsame Umsiedlung" gestartet. Nach Einschätzung von Bürgermeister Bruchmann stieß das Projekt bislang auf wenig Resonanz. Der Mibrag schwebt eine gemeinsame Umsiedlung der noch im Dorf verbliebenen Einwohner vor.
Sachsens Regierung will in den kommenden Wochen den Referentenentwurf für ein neues Heuersdorf-Gesetz vorstellen. Mit dem alten Gesetz aus dem Jahr 1998 war die Regierung gescheitert. Im Sommer 2000 erklärte der Verfassungsgerichtshof in Leipzig das Heuersdorf-Gesetz für nichtig, weil Energieprognosen fehlerhaft waren und die Anhörung der Gemeinde nicht den verfassungsrechtlichen Anforderungen genügte. (dpa/bra)