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Verdächtiger Syrer wieder frei

Im idyllischen Gerswalde griff die Polizei am Dienstag zu.
Im idyllischen Gerswalde griff die Polizei am Dienstag zu. FOTO: dpa
Potsdam. Der Fall eines am Dienstag in Gerswalde (Uckermark) durch ein Sondereinsatzkommando festgenommenen 17-jährigen Syrers ist offenbar ein blinder Alarm: Gegen den Mann werde nach Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft Potsdam kein Haftbefehl beantragt. Er wurde am Mittwochabend auf freien Fuß gesetzt. Benjamin Lassiwe

Anlass für die Festnahme des Syrers in einer Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge war eine Whats-App-Nachricht, in der er gegenüber seiner im Libanon lebenden Mutter angekündigt haben soll, in den "Heiligen Krieg" ziehen zu wollen. Verwandte des Syrers zeigten ihn daraufhin bei der Polizei an. Der Text war jedoch offenbar auch anders übersetzbar. Mehrere sichergestellte Handys und ein Tablet-Computer brachten den Ermittlern auch keine Beweise.

Schon am Dienstag hatten die Behörden angegeben, frühzeitig reagiert zu haben, um ein Risiko für die Bevölkerung auszuschließen. Es habe ein Anfangsverdacht wegen der Planung einer "schweren staatsgefährdenden Straftat" bestanden, der sich nun aber offenbar nicht bestätigt habe.

Peinlich dürfte der Vorgang damit vor allem für die Brandenburger Landtagsfraktion der rechtspopulistischen "Alternative für Deutschland" werden. Schon wenige Stunden nach der Festnahme des Syrers warnte die AfD in einer Pressemitteilung davor, dass Brandenburg zu einem "Rückzugsraum von islamistischen Gefährdern" werde. Der Landtagsabgeordnete Thomas Jung sah gar "die Warnungen der AfD bestätigt": "Durch Merkels verantwortungslose Politik der offenen Grenzen sind auch Kriminelle und islamistische Terroristen in unbekannter Zahl ins Land gekommen."