Der junge Mann war am Vortag unter Terrorverdacht in Gewahrsam genommen worden.

Die Ermittler waren dem Verdacht nachgegangen, der syrische Asylbewerber aus einer Flüchtlingsunterkunft könnte einen Selbstmordanschlag in Berlin geplant haben. Entsprechende Hinweise soll die Brandenburger Polizei von Ermittlungsbehörden aus Hessen und Berlin erhalten haben. Die Polizei hatte Hinweise, wonach der Mann sich per WhatsApp-Nachricht von seiner Mutter verabschiedet hatte und angekündigt hatte, in den sogenannten Heiligen Krieg zu ziehen.

Nach dpa-Informationen ist der Inhalt der Nachricht allerdings anders zu übersetzen als ursprünglich gedacht. Laut Bundesinnenministerium gab es keine unmittelbare Anschlagsgefahr. Die Behörden hätten frühzeitig reagiert, um ein Risiko für die Bevölkerung auszuschließen, hieß es bereits am Dienstag.

In den ersten Vernehmungen hatte sich herauskristallisiert, dass sich Nidal A. in den vergangenen Monaten im Jugendheim Gerswalde selbst radikalisiert habe. Spezialeinsatzkräfte nahmen den Mann daraufhin fest. Dabei leistete er nach Polizeiangaben keinen Widerstand.

Nach den ersten Erkenntnissen war der junge Mann 2015 eingereist und wurde als Asylbewerber registriert. Er lebte nach Polizeiangaben seit 2016 in einem Heim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Gerswalde östlich von Templin in der Uckermark.

Die Uckermark ist eine Landschaft etwa 80 Kilometer nordöstlich von Berlin. Sie ist eine der am dünnsten besiedelten Gegenden Deutschlands. Hauptort ist die Stadt Prenzlau. Gerswalde liegt in einer wald- und seenreichen Gegend zwischen den Städten Prenzlau und Templin und hat etwa 1600 Einwohner.