Das medizinische Personal war an der Verabreichung der Narkosen bei drei tödlich verlaufenden Schnitt-Entbindungen im Sommer 2004 beteiligt. Ein Gutachten hatte vertauschte Lachgas- und Sauerstoffschläuche im Inneren eines Narkosegerätes als Todesursache in drei Fällen ausgemacht. Bisher richteten sich die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft Bautzen nur gegen einen Wartungstechniker, der das Narkosegerät nach dem ersten Todesfall überprüft hatte.
In einem vergleichbaren Fall mit vertauschten Gasschläuchen, der 2004 in einem bayrischen Krankenhaus ein Todesopfer forderte, wurde inzwischen der zuständige Wartungstechniker angeklagt. Das Ermittlungsverfahren gegen Ärzte und Schwestern wurde dort jedoch eingestellt, weil der Schlauchtausch für das medizinische Personal nicht vorhersehbar gewesen sei.
In Hoyerswerda, so Oberstaatsanwalt Hartmut Schind-ler, soll nun geprüft werden, ob die Ärzte und Schwestern nach dem ersten überraschenden Todesfall bei einer Entbindung nicht hätten für einen solchen Gerätedefekt sensibilisiert sein müssen. (Eig. Ber./sim)