"Man ist nicht davor gefeit, dass bei manchen Umzügen provokante Bilder auftauchen", sagt Günter Bührichen, Präsident Verband Sächsischer Carneval. Die Ethik-Charta des Bundes Deutscher Karneval lege aber die Grenzen fest. "Vereine sollten darauf achten, dass es nicht entgleist", so Bührichen. So seien Späße über Behinderte tabu - ebenso wie Bilder, die Flüchtlinge als Schmarotzer darstellten.

Im vergangenen Jahr hatte unter anderem ein Festwagen unter dem Motto "Reisefreudige Afrikaner" im Umzug von Reinhardtsdorf-Schöna (Sächsische Schweiz) für Aufsehen gesorgt. Die Mitglieder der Gruppe hatten sich die Gesichter schwarz angemalt, schwarze Perücken aufgesetzt und sich in lange bunte Gewänder gehüllt. Auf einen offenen Anhänger pappten sie das Schild "Asyllounge", versehen mit fünf Sternen. Der kleine sächsische Ort gilt als Hochburg der rechtsextremen NPD.

Bei Karnevalsumzügen sollten die Veranstalter vor der Aufstellung kontrollieren, ob extreme Sprüche auf Plakaten oder Umzugsbilder dabei seien - und diese aussortieren, rät Bührichen. Politisch werden dürfe es aber: So stünden in diesem Jahr Themen wie Maut oder Rente im Vordergrund.

Im Verband Sächsischer Carneval sind derzeit 179 Vereine organisiert - mit jeweils zwischen 40 und 120 Mitgliedern. "Viele Vereine kämpfen ums wirtschaftliche Überleben, weil vor allem Sponsoren fehlen", erläuterte Bührichen. Bei einzelnen Karnevalsvereinen muss daher das Programm eingedampft werden. "Wichtig ist eine anspruchsvolle Unterhaltung, damit das Publikum nicht wegbleibt."