Da die Fälle nicht erfasst werden, liegen keine Zahlen vor. Derweil sind laut Landeskriminalamt (LKA) Vorfälle von Vandalismus an Sachsens Schulen im vergangenen Jahr konstant geblieben, nachdem sie von 2005 auf 2006 noch einmal gestiegen waren.
Demnach wurden im Jahr 2005 insgesamt 870 von Schülern verübte Straftaten gezählt. 2006 waren es laut Kriminalstatistik 1067. Den größten Anteil haben Sachbeschädigungen mit rund 65 Prozent, vor Körperverletzungen mit 27 Prozent.
Die Sprecherin des Kultusministeriums, Manja Israel, erklärte, die Fallzahlen seien stabil, bei schweren Vergehen handele es sich um Einzelfälle. Die Öffentlichkeit reagiere nach Vorfällen wie dem Amoklauf in Emsdetten im November 2006 sensibler. In der Folge solcher Taten werde mehr gemeldet und es entstehe der Eindruck, dass mehr passiere. Nach einer gewissen Zeit würden Amokdrohungen von Trittbrettfahrern wieder weniger.
Ähnlich äußerte sich Gerold. Sie sprach von einem "ernstzunehmenden Problem", das aber nicht dramatisiert werden sollte. Die Lage in Sachsen sei nicht so schlimm wie etwa in Berlin. Gerold rief die Lehrer auf, offen mit dem Thema Gewalt umzugehen, das sie nur ungern selbst ansprächen. Fortbildungen dazu würden leider nicht so nachgefragt wie erwartet. Ministeriumssprecherin Israel verwies auf zahlreiche Projekte, in denen Lehrer lernten, wie Schüler zur friedlichen Beilegung von Streitereien gebracht werden können. Hierzu zählten eine Sicherheitspartnerschaft mit der Polizei und Streitschlichterprojekte. Zudem gebe es 40 Schulpsychologen im Freistaat.
Israel gab zu bedenken, dass Gewalt als Problem der gesamten Gesellschaft wahrgenommen werde, das sich an der Schule "summiert". Kinder brächten ihre Erfahrungen mit an die Schule, die aber "kein Reparaturbetrieb" für diese Probleme sei.

Zum Thema Konstante Fallzahlen
 Bei schweren Straftaten wie Raub und räuberischer Erpressung wurden in Sachsen nach neuesten Angaben im Schuljahr 2006/2007 sieben Fälle gemeldet, nach acht im Schuljahr zuvor. Gefährliche und schwere Körperverletzung wurde 2005/2006 insgesamt 111-mal registriert, während es im vergangenen Schuljahr laut LKA 103 Fälle gab. Einen leichten Anstieg von 1121 auf 1125 Fälle verzeichnet die Statistik bei Sachbeschädigungen . Das LKA geht jedoch von einem "weitaus größeren Dunkelfeld" aus.