(tb) Die Besucher aus dem fernen Russland kamen mit zwei Maschinen. Darin sollen sich 99 Militärs und 35 Tonnen Material befunden haben, vermeldete eine russische Nachrichtenagentur. Besorgte Venezolaner hatten Fotos von einer gelandeten Maschine ins Netz gestellt und gefragt, was das zu bedeuten habe.

„Hands off Venezuela“ lautet einer der Parolen der sozialistischen Regierung von Präsident Nicolas Maduro in Caracas. Sie soll die Unabhängigkeit Venezuelas von den USA unterstreichen. Die Opposition kritisiert dagegen den massiven Einfluss kubanischer und russischer Experten sowie die Präsenz von Sicherheitsberatern der beiden Länder in Venezuela.

Die gelandeten Maschinen seien „im Rahmen der technischen und militärischen Kooperation“ zwischen beiden Ländern nach Venezuela geflogen, hieß es aus Moskau. Sowohl die venezolanische als auch die russische Regierung hielten sich bislang zu der Kooperation bedeckt. Aus der Botschaft heißt es lediglich, es handele sich um die Umsetzung einer seit Langem geplanten militärischen Kooperation. In der Tat arbeiten russische und venezolanische Militärs schon seit Jahren eng zusammen. Es gab gemeinsame Manöver, Venezuela kauft trotz der Versorgungskrise im eigenen Land Waffen in Russland für die Armee und die Milizen. Noch in diesem Jahr soll laut Medienberichten eine Kalaschnikow-Fabrik in Venezuela eröffnet werden. Die Verlegung von zwei atomwaffenfähigen Langstreckenbombern nach Venezuela sorgte jüngst für Aufsehen. In den vergangenen Jahren reisten auch immer wieder ranghohe Repräsentanten Russlands nach Venezuela.

Russlands Energiekonzern Rosneft soll rund 17 Milliarden in Venezuela investiert haben, um Zugriff auf die höchsten Ölvorkommen weltweit zu bekommen. Seit Jahren geht die Ölproduktion in Venezuela zurück, die alles dominierende Einnahmequelle des venezolanischen Staates. Schuld daran sind nach Experteneinschätzungen die fehlenden Investitionen in die Infrastruktur sowie ein Fachkräftemangel.

Venezuela stritt bislang ab, dass es eine humanitäre Krise im Land gibt. Zudem macht Caracas die amerikanischen Sanktionen für den Mangel an Lebensmitteln und Medikamenten im Land verantwortlich. Die Opposition wirft Maduro dagegen ein totales Versagen in der Wirtschaftspolitik vor.