Russland wird das Tauziehen um den von den USA als "Verräter" gesuchten Snowden zunehmend lästig. Seit mehr als zwei Wochen soll er sich im Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo versteckt haben. "Je schneller Snowden sein Reiseziel wählt, umso besser für ihn und Russland", hatte auch Kremlchef Wladimir Putin gedrängt. Seit die USA den Reisepass annulliert haben, besitzt Snowden keine gültigen Dokumente - auch ein russisches Visum hat er nicht. "Venezuela könnte einen Flüchtlingsausweis ausstellen und ihm zukommen lassen", meint die russische Menschenrechtlerin Ljudmila Alexejewa.

Furcht vor einer Konfrontation mit den USA zeigt das ölreiche Land nicht. Die linksgerichtete Regierung in Caracas sieht die Dominanz Washingtons auf dem Kontinent äußerst kritisch.

Snowden könne aus humanitären Gründen mit einer positiven Entscheidung auf einen Asylantrag rechnen, betont Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro. Er hatte sich offenbar bei einem Aufenthalt in Moskau vor wenigen Tagen für das Schicksal des "Whistleblowers" erwärmt. Der 30-Jährige müsse sich bloß entscheiden, wann er nach Caracas fliege, meinte der Präsident. Leichter gesagt als getan: Von Moskau existiert keine Direktverbindung nach Caracas. Immer wieder war spekuliert worden, Snowden könne von Russland mit Zwischenstopp auf Kuba nach Venezuela fliegen.

Für Snowden sei ein Flug nach Kuba jedoch "extrem riskant", warnt das russische Magazin "The New Times". Es bestehe die Gefahr, dass die USA die Maschine zum Landen zwängen.