Bisher waren nur zwei Amtszeiten erlaubt. Präsident Chávez, der seit 1998 im Amt ist, kündigte unmittelbar nach Bekanntgabe des Ergebnisses seine erneute Kandidatur im Jahr 2012 an. Ende 2007 war Chávez mit einem ähnlichen Referendum gescheitert. "Mit dem heutigen Sieg beginnen wir die dritte historische Phase der bolivarischen Revolution von 2009 bis 2019", sagte er am Sonntagabend. Der frühere Fallschirmjäger sieht sich in der Tradition des südamerikanischen Freiheitshelden Simon Bolivar. Weil er einen Teil der Einnahmen aus den Ölexporten in Sozial- und Bildungsprojekte steckt, gewann er viel Zuspruch unter den Armen. Die Gegner der Verfassungsreform warnen vor der Errichtung einer Diktatur durch Chávez. Der Parlamentsabgeordnete der sozialdemokratischen Partei Podemos, Ismael García, rief zu einer Fortführung des Kampfes gegen das "autokratische Projekt" von Chávez auf. Die rechtsliberale Partei "Un Nuevo Tiempo" sprach von wachsendem Zuspruch für die Opposition, während Chávez an Unterstützung verliere. Nach Angaben der Wahlbehörde verlief die Abstimmung friedlich. Von den rund 17 Millionen Wahlberechtigten beteiligten sich 67 Prozent. Internationale Beobachter bezeichneten den Urnengang als weitgehend frei und fair. Studentische Oppositionsgruppen warfen der Regierung allerdings Machtmissbrauch vor, um das Ergebnis des Referendums zu beeinflussen. Zehntausende Anhänger von Chávez feierten den Sieg in der Hauptstadt Caracas mit Feuerwerk, roten Fahnen und Nationalflaggen. "Heute habt ihr über mein politisches Schicksal entschieden, mein Leben lang werde ich mich im Dienst des leidenden Volkes, des venezolanischen Volkes aufzehren", rief er jubelnden Anhängern vom Balkon des Präsidentenpalastes zu.