Die Ministerpräsidenten von Brandenburg und Sachsen, Dietmar Woidke (SPD) und Stanislaw Tillich (CDU), waren sich bei einem Besuch in Stockholm mit dem Präsidenten des schwedischen Staatskonzerns Vattenfall, Magnus Hall, darüber einig, dass der Verkauf der Lausitzer Braunkohlenwirtschaft möglichst schnell abgewickelt werden soll. "Im Frühjahr muss klar sein, an wen verkauft wird", sagte Woidke nach den Gesprächen. Über den weiteren Verkaufsprozess sei eine enge Abstimmung mit Brandenburg und Sachsen vereinbart worden. "Wir haben keinen genauen Zeitplan, aber wir werden versuchen, das so schnell wie möglich zu machen", bestätigte Vattenfall-Chef Magnus Hall das Bemühen um Tempo. Es seien dabei aber gründliche Abwägungen nötig.

Stanislaw Tillich appellierte an die wirtschaftliche, soziale und energiepolitische Verantwortung Vattenfalls. "Ein Übergang zu einem neuen Eigentümer muss so erfolgen, dass auch weiterhin Braunkohle in der Lausitz gefördert wird, um Arbeitsplätze und eine verlässliche, stabile und kostengünstige Energieversorgung bis 2050 zu sichern."

Woidke hat den Wirtschaftsausschuss des schwedischen Reichstags zu einem Besuch in die Lausitz eingeladen. Zusammen mit Tillich will er vor Ort den Umgang des Bergbaus mit Umsiedlungen und mit der sorbischen Minderheit zeigen. "Ich gehe davon aus, dass der Reichstag trotz der aktuellen Turbulenzen in der schwedischen Politik dieser Einladung folgt", so Woidke.

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