Fuhrparks, Kantinen-Betrieb, Gebäudemanagement, Empfang: Zu einem Braunkohle- und Strom-Giganten passen solche Arbeiten nicht wirklich. Jetzt hat Vattenfall darauf reagiert und ein europaweites Ausschreibungsverfahren abgeschlossen. Mit der ISS Facility Services GmbH übernimmt am 1. Januar 2015 ein vor allem im Westen und Süden Deutschlands aktives Unternehmen die Service-Gesellschaften von Vattenfall - die VSG GmbH mit Hauptsitz in Lübbenau sowie die Hanuman FO GmbH. Allein an den Lausitzer Standorten in Lübbenau und Cottbus sind etwa 250 Mitarbeiter betroffen. Für die soll sich aber kaum etwas ändern. Während Vattenfall-Chef Tuomo Hatakka den Verkauf als Teil der Konsolidierung bezeichnet, will ISS - Tochterunternehmen eines gleichnamigen dänischen Service-Anbieters - sich die Regionen im Osten und Norden erschließen. Man setze auf Wachstum, hieß es am Mittwoch. Zunächst sichert ein über fünf Jahre laufender Vertrag mit Vattenfall die Jobs in der Region.

Vattenfall-Aufsichtsrat Ulrich Freese betonte gegenüber der RUNDSCHAU, dass ISS Tarifbindung, Mitbestimmung und Betriebsr äte akzeptiere. "Die Entscheidung, den Weg frei zu machen für den Verkauf, ist dem Aufsichtsrat nicht leicht gefallen", sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete. Vieles deute aber darauf hin, dass d er Standort Lübbenau eine große Chance erhalte und sogar gestärkt werden könne. Das dänische Service-Unternehmen beschäftigt weltweit mehr als 570 000 Mitarbeiter und setzt 10,5 Milliarden Euro im Jahr um.