Der private tschechische Energiekonzern EPH kauft die Tagebaue und Kraftwerke in der Lausitz. Das gab der schwedische Staatskonzern Vattenfall am Montag offiziell bekannt. Die Managementspitze des Konzerns hatte sich am Sonntag für das Kaufangebot von EPH entschieden. Der Vorschlag der westdeutschen Steinkohle AG (Steag), das Revier in einer Stiftung zu überführen und die Steag zum Betreiber der Anlagen zu machen, ist damit endgültig vom Tisch. Vattenfall beschäftigt zur Zeit noch 8000 Mittarbeiter in der lausitz.

EPH ist bereits Eigentümer der Mitteldeutschen Braunkohle AG (Mibrag). Mit der Übernahme des deutlich größeren Lausitzer Revieres ist EPH Eigentümer des gesamten ostdeutschen Braunkohlebergbaus. Der private Konzern setzt offensichtlich darauf, dass sich nach dem Kernenergieausstieg 2022 der Börsenstrompreis längerfristig und dauerhaft erholt, so dass dann mit der Braunkohlestromerzeugung auch wieder Gewinne gemacht werden.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) begrüßte die Entscheidung in Stockholm als wichtigen Schritt, um die "Hängepartie für die Menschen in der Lausitz zu beenden". Von Vattenfall erwarte Brandenburg jetzt, dass der Verkauf zügig rechtsfest umgesetzt werde. Gerber kündigte an, dass das Land zügig das Gespräch mit EPH suchen werde, um das Konzept des Unternehmens daraufhin zu prüfen, ob die Interessen von Land und Region ausreichend berücksichtigt würden. Gerber lobte eine Klausel der Einigung, wonach sich EPH dazu verpflichtet, dem Unternehmen in den kommenden Jahren keine Gewinne zu entziehen.

Liveübertragung der Pressekonferenz