ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:01 Uhr

Vattenfall stellt erneut Strafanzeige gegen Umweltaktivisten

FOTO: Flickr | Ende Gelände | CC BY 2.0
Welzow. Braunkohlegegner haben den Tagebau Welzow-Süd in der Lausitz besetzt. Die Proteste sind Teil einer weltweiten Kampagne gegen die klimaschädliche Verstromung der Kohle. Der Energiekonzern Vattenfall reagiert äußerst verstimmt. dpa

Der Energiekonzern Vattenfall hat wegen der Besetzung eines Braunkohletagebaus in der Lausitz am Wochenende zum zweiten Mal Strafanzeige gegen Umweltaktivisten gestellt. Das teilte er am Samstag mit. Es geht dabei um eine neuerliche Blockade von Kohlebahngleisen in dem Abbaugebiet Welzow-Süd. Auf den Gleisen versammelten sich den zweiten Tag in Folge Gegner fossiler Energien.

Bereits am Freitag hatte Vattenfall Strafanzeige unter anderem wegen Hausfriedensbruchs und Nötigung erstattet, weil bei der Aktion „Ende Gelände“ mehr als 1500 Braunkohlegegner den Tagebau Welzow-Süd südlich von Cottbus besetzt hatten. 500 von ihnen übernachteten trotz kühler Witterung in dem Abbaugebiet. Am Samstag bewegten sich bis zu 1000 Aktivisten auf dem Betriebsgelände. Schon Freitagabend hatte Vattenfall die Polizei aufgefordert einzuschreiten.

Die Beamten stellten Personalien fest und nahmen eine Kohlegegnerin in Gewahrsam, die ihre Identität nicht preisgeben wollte. Zwar sei der Unmut von Vattenfall „legitim“, sagte eine Polizeisprecherin. Ein pauschales Vorgehen gegen Besetzer sei aber nicht möglich. „Wir prüfen jeden Einzelfall.“ Unter anderem spiele eine Rolle, dass das Riesengelände nur zum Teil eingezäunt sei. Es ist in seiner längsten Diagonale 55 Kilometer breit. Die Einsatzkräfte stünden in ständigem Kontakt mit der Staatsanwaltschaft, um das Vorgehen zu beraten.

„Aufgrund der Blockade des Kraftwerks Schwarze Pumpe hat Vattenfall vorsorglich und mit Blick auf die mittelfristige Versorgung des Kraftwerks dessen Leistung heruntergefahren“, hieß es am Samstag in einer Mitteilung des Konzerns.