Bereits im vorigen Jahr hatte Vattenfall für eine Schockstarre bei vielen Kämmerern in der Region gesorgt. Das Unternehmen, das sich mit breiter Brust als größter Gewerbesteuerzahler präsentiert, hatte nämlich einen Teil der gezahlten Steuern zurückgefordert.

Im Zuge des von der Bundesregierung beschlossenen Atomausstiegs gelang es den Vattenfall-Steuerstrategen nämlich, sich "arm" zu rechnen.

Bisher hatte der Energie-Konzern Steuerrückforderungen für die Jahre 2014 und 2015 angekündigt. Dabei handelt es sich keineswegs um Peanuts. Cottbus etwa drohen Rückzahlungen von 8,4 Millionen Euro für das Jahr 2014. Für das vergangene Jahr kommen noch einmal 4,5 Millionen Euro hinzu.

Doch das war erst der Anfang. Den Kommunen sind bereits weitere Rückforderungen ins Rathaus geflattert. Denn Vattenfall überrascht die Kommunen mit neuen Rechnungen, die im Fall der Stadt Peitz (Spree-Neiße) sogar bis ins Jahr 2005 zurückreichen. In der Fischerstadt fallen so rund 750 000 Euro an weiteren Rückzahlungen an.

Die Stadt Cottbus spricht von "Steuerbereinigungen" zwischen 2006 und 2014. Rund eine Million Euro müsste zusätzlich zurückgezahlt werden. Ein Nachschlag in etwa gleicher Höhe erwartet auch Spremberg. Dort belaufen sich die gesamten Rückforderungen inzwischen wohl auf mehr als 19 Millionen Euro.

Von Vattenfall selbst gibt es zu den Zahlen keinen Kommentar, aber auch kein Dementi. Stattdessen verweist das Unternehmen auf das Steuergeheimnis.