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| 02:36 Uhr

Vattenfall prüft Kraftwerksverkauf

Berlin. Der Energiekonzern Vattenfall prüft den Verkauf seines Braunkohle-Kraftwerksblockes im sächsischen Lippendorf. Verkaufspläne für das Lausitzer Revier werden vom Unternehmen dementiert. Simone Wendler

Der schwedische Staatskonzern Vattenfall steckt in einem Dilemma. Die ostdeutsche Braunkohlestrom-Erzeugung liefert satte Gewinne nach Stockholm. Doch gleichzeitig trübt der damit verbundene Ausstoß des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid (CO) das grüne Image und die ehrgeizigen Klimaziele des Unternehmens. Deshalb prüft Vattenfall nun den Verkauf seines Braunkohle-Kraftwerksblocks im sächsischen Lippendorf, südlich von Leipzig. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, so Stefan Müller, Sprecher von Vattenfall Deutschland.

Das Kraftwerk mit zwei baugleichen Blöcken von jeweils 933 Megawatt Leistung war erst 1999 ans Netz gegangen und gilt n eben Boxberg als die modernste Anlage dieser Art in Deutschland. Ein Block gehört dem süddeutschen E nergieunternehmen EnBW. Der Verkauf des Vattenfall-Blocks soll den CO-Ausstoß des Konzerns um etwa sechs Millionen Tonnen pro Jahr reduzieren.

Um das für 2020 angestrebte Ziel von insgesamt nur 65 Millionen Tonnen CO-Ausstoß zu erreichen, sollen auch Braunkohleanlagen von Vattenfall in Dänemark veräußert werden. Derzeit liegt der Ausstoß im Vattenfall-Konzern bei etwa 90 Millionen Tonnen pro Jahr.

Stefan Müller wies Spekulationen zurück, dass sich der schwedische Konzern aus Klimaschutzgründen bald auch von seinen Braunkohle-Tagebauen und Kraftwerken in der Lausitz trennen könnte: "Der Abbau von Braunkohle und deren Verstromung in der Lausitz bleibt weiterhin ein zentraler Bestandteil unseres Erzeugungsportfolios."