Passend zum Ort der Veranstaltung, der Cottbuser Stadthalle, wählte Zeiß in seiner Rede den Vergleich mit einem Theaterstück, einem mit "beliebig vielen Regisseuren, einer wechselhaften Dramaturgie und ständig neuen Anweisungen an die Akteure". Bei der Energiewende fokussiere sich alles einseitig auf die Braunkohle. Die Stromkonzerne müssten Entscheidungen ausbaden, während "die Zeiten verlässlicher Rahmenbedingungen in der Energiepolitik offenbar der Geschichte" angehörten.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) bekannte sich indes noch einmal zur Kohle - und erklärte auch an die Adresse seiner Kritiker: "Ja, ich bin ein Braunkohle-Lobbyist."

Zeiß gab auch zu, dass Vattenfall durch die Verkaufspläne selbst zur Unsicherheit beiträgt. "Wir wissen sehr wohl, wie zum Zerreißen angespannt die Nerven der Menschen in den Gemeinden rund um unsere geplanten Erweiterungsfelder sind. Das bedauern wir", so Zeiß. Die Braunkohlesparte sei hier aber nicht Akteur, sie sei Objekt. "Klarheit über die Eigentümerstruktur ist nicht vor Mitte 2016 zu erwarten", so Zeiß.

Klarheit anderer Art wollten am Montag Aktivisten einer Gruppe namens "Ende Gelände!" schaffen. Sie besetzten Anlagen in den Tagebauen Jänschwalde und Welzow-Süd und forderten "das Ende des desaströsen Kohletagebaus".

Zwei polnische Gemeinden fordern indes von Vattenfall Schadenersatz für Bergbauschäden. Brody und Gubin wollen rund 50 000 Euro, wie aus zwei Briefen an den Konzern bekannt wurde. Es geht um erhöhten Eisengehalt in Gewässern und Folgen durch die Grundwasserabsenkung. dpa/bob Themen des Tages Seite 3