"Wir haben keine Kenntnis davon, wie die Politik eine angedachte Kapazitätsreserve ausgestalten will", erklärt Vattenfall-Pressesprecher Thoralf Schirmer. Zudem müssten sich die Energieunternehmen dafür bewerben.

Unterdessen hat Vattenfall am Abend mitgeteilt, dass zu Ende Juni 2015 alle Umsiedlungsaktivitäten um den Tagebau Nochten 2 in Sachsen gestoppt wurden. Grund seien die unsicheren energiepolitischen Rahmenbedingungen um die Braunkohle. Nicht von der Kündigung betroffen seien dagegen die Kommunalberatung für die Gemeinden Schleife und Trebendorf im Landkreis Görlitz, die Seelsorge für betroffene Einwohner und der Ausgleich für bergbaubedingten Mehraufwand der Gemeindeverwaltung, heißt es in einer Mitteilung des Bergbauunternehmens.

Auch für den geplanten Ausbau der Grube Welzow-Süd in Brandenburg werde geprüft, ob die Umsiedlungsvorbereitungen gestoppt werden, sagte der Unternehmenssprecher auf Anfrage.

Die Umweltorganisation Greenpeace sprach von einem überfälligen Eingeständnis des Konzerns, dass die Zeit der Braunkohle in Deutschland zu Ende gehe. "Um den Menschen in der Region Planungssicherheit zu geben, muss Vattenfall jetzt den ganzen Schritt tun und die Tagebauplanungen endgueltig einstellen", sagte die Greenpeace-Kohleexpertin Susanne Neubronner.

Für Vattenfall ist die aktuelle Situation denkbar ungünstig. Seit Monaten sucht der Konzern einen Käufer für seine Gruben und Kohlekraftwerke in Sachsen und Brandenburg. Rund 8000 Menschen sind in dem Bereich beschäftigt. Bislang ist ein neuer Eigentümer nicht bekannt. Ob die Tagebau-Erweiterungen jemals kommen werden, ist unklar.