Zeiß reagiert damit auf einen Brief von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) an Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) zur Zukunft der Braunkohlewirtschaft. Dass der jetzt öffentlich gemacht wurde, habe ihn überrascht. Hendricks habe kürzlich die Region besucht, da sei alles gesagt worden.

"Ich kann nicht nachvollziehen, warum sie jetzt die Diskussion noch mal aufmacht", so Zeiß. Für den laufenden Verkaufsprozess der Lausitzer Braunkohle sei die ganze Diskussion absolut nicht hilfreich. Er frage sich, ob der Brief nur an Gerber oder mehr noch an die ganze Region gerichtet sei.

Hendricks hatte geschrieben, dass angesichts der nötigen Energiewende 2050 kein Raum mehr für Braunkohleverstromung in Deutschland sei, sie einen Ausstieg sogar früher für möglich halte.

Hartmuth Zeiß verwies nun darauf, dass der Strukturwandel der Region nicht in weiter Ferne liege, sondern in Kürze beginnt. Mit der beschlossenen Kraftwerksreserve, an der sich Jänschwalde mit zwei 500 Megawatt-Blöcken beteiligt, würden ab 2019 bereits einige Hundert Jobs bei Vattenfall und seinen Zulieferern verloren gehen. "Ich hätte mir gewünscht, Frau Hendricks sagt, wie wir in den nächsten Monaten Hilfe bekommen, um dafür Ersatz zu schaffen", so Zeiß.