Der 36-Jährige soll 2014 dem damals acht Monate alten Kind über mehrere Wochen hinweg einen Gift-Cocktail verabreicht haben. Der Mann bestreitet die Taten. "Ich liebe meine Kinder", sagte der Tierpfleger im Prozess.

Die Anklage listet zwölf Fälle auf, in denen der Mann seiner Tochter Desinfektionsmittel oder zitronensäurehaltige Reinigungsmittel verabreicht haben soll. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft wollte der Mann sein Kind töten, weil es ihm bei einer neuen Beziehung im Weg stand.

Ohne die Mutter des Mädchens direkt zu bezichtigen, versuchte der Angeklagte den Verdacht auf sie zu lenken. Das Paar ist inzwischen getrennt. Seine Ex-Partnerin habe das zweite Kind nicht gewollt, sagte der Mann. Nach der Geburt habe es oft Streit gegeben. Zu dem gemeinsamen Sohn habe die Frau eine innigere Beziehung gehabt als zur Tochter. Sich selbst schilderte der Angeklagte als fürsorglichen Vater.

Weil das Mädchen nicht mehr zunahm und wuchs, kam es vom März bis Juni 2014 immer wieder ins Krankenhaus - erst in Schleswig-Holstein, zuletzt in Brandenburg an der Havel. In der Klinik soll der Angeklagte seiner Tochter weiter die giftigen Flüssigkeiten verabreicht haben, obwohl diese bereits ins Koma gefallen war und in Lebensgefahr schwebte.