Das Verbotsverfahren wurde im März 2003 jedoch eingestellt. Der erste NPD-Verbotsantrag scheiterte aus Verfahrensgründen. Grund war die Rolle der sogenannten V-Leute in der rechtsextremen Partei. Die durch sie bewirkte „massive staatliche Präsenz“ im Bundes- und in Landesvorständen der NPD beurteilten die Richter als „unaufhebbares Verfahrenshindernis“.

Für einen erfolgreichen zweiten Anlauf müsste der Verfassungsschutz seine V-Leute nach Ansicht von Experten vollständig aus der NPD abziehen.

V-Leute (Verbindungsleute) werden von den Ermittlungsbehörden angeheuert, um Informationen über kriminelle oder extremistische Gruppierungen aus deren Umfeld zu erhalten. Verfassungsschützer argumentieren, erst die umfassende systematische Beobachtung solcher Gruppen ermögliche es, etwa Belege für verfassungsfeindliche Bestrebungen zu finden.

Gesetzliche Grundlage für den Einsatz von V-Leuten sind die Verfassungsschutzgesetze des Bundes und der Länder. Die V-Leute sind keine verdeckten Ermittler der Polizei, die mit einer falschen Identität gezielt in die zu beobachtenden Kreise geschleust werden. Nach Verfassungsschutzangaben besteht ein Vertrauensverhältnis „zu solch einer Person ausdrücklich nicht“. Für ihre Auskunftsbereitschaft erhalten die Verbindungspersonen in der Regel ein „Honorar“, über dessen Höhe die Behörden schweigen.

In rechtsextremistischen Kreisen waren die V-Leute nicht selten bekannt. Die Rechten rühmten sich dann, über diese Personen ihrerseits den Verfassungsschutz zu benutzen.

Nicht nur deshalb ist der Einsatz von V-Leuten umstritten. Kritiker bringen immer wieder vor, die Verbindungsleute wirkten bei Straftaten mit, heizten andere an und würden sie überhaupt erst anwerben.