In einem riesigen Freudenknäuel feierten die US-Frauen ihren zweiten Titel nach dem Heimspiel im kalifornischen Anaheim 2003. Die Riege Rumäniens kam mit 178,100 Zählern kam auf Platz drei.

Der dreimalige Olympiasieger profitierte aber davon, dass die klar auf Bronzekurs liegenden Russinnen die Medaille vergaben, als Jekaterina Kramarenko einen „Blackout“ hatte und nach dem Anlauf den Sprung verweigerte, aber das Brett berührte und entsprechend Reglement mit 0,0 Punkten bewertet wurde. Die deutschen Frauen hatten sich zuvor mit Platz zehn erstmals seit 1992 für Olympia qualifiziert, den Endkampf der besten Acht aber verpasst.

Nach der Qualifikation, bei der die US-Turnerinnen die Asiaten bereits mit fast vier Punkten im Schach hielten, hatte Steve Penney, der Präsident des amerikanischen Verbandes, eine „riesengroße Schlacht der Systeme“ zwischen seinem Team und den Chinesinnen angekündigt. Er wollte dies jedoch nur auf sportliche Hintergründe beziehen. Das US-Modell, das auf finanzkräftigen privaten Geldgebern fußt, gegen das komplett staatsfinanzierte System der Chinesen, die in Vorbereitung auf die Olympischen Spiele kaum Geldsorgen hätten.

Mit einem blendenden Vortrag hatte Nastia Liukin, die Balken-Weltmeisterin von Melbourne, an ihrem Spezialgerät die Weichen in Richtung Sieg gestellt. Vor allem für ihren spektakulären Abgang mit Doppelsalto vorwärts gehockt mit halber Schraube wurde die Texanerin vom Publikum gefeiert. Für die saubere Übung wurde sie mit der Top-Note 16,375 belohnt und gilt nun als erste Gold-Aspirantin im Finale am Samstag.

Zuvor hatte ihr Team schon beim Auftakt am Sprungtisch kräftig gepunktet und fast 1,6 Zähler Vorsprung verbucht, da mit Cheng Fei, ausgerechnet die dreifache Weltmeisterin von Aarhus patzte. Die Favoritin auf den Titel-Gewinn am Sprung und Boden landete bei ihrem Jurtschenko mit zweieinhalb Schrauben (A-Note 6,5) auf dem Hosenboden. Am Balken mussten die Amerikanerinnen aber wegen des verpatzten Abgangs von Liukin und eines Sturzes von Johnson kräftige Einbußen hinnehmen und noch um Gold zittern, weil die Chinesinnen optimal turnten und 2,35 Punkte gut machten. Am Boden stellten die US-Girls aber den Sieg sicher und damit die Hierarchie wieder her.