Auch das Auswärtige Amt schloss aus Sicherheitsgründen für zwei Tage die Konsularabteilung der deutschen Botschaft in Riad sowie die Außenstelle in der Hafenstadt Dschiddah für den Publikumsverkehr.
Die Heraufsetzung der Alarmstufe in den USA von "erhöht" (gelb) auf "hoch" (orange) begründete der Vize-Minister für Innere Sicherheit, Asa Hutchinson, mit Geheimdienstinformationen, wonach terroristische Gruppierungen Anschläge auch auf dem Gebiet der USA verüben wollten. Genauere Hinweise auf mögliche Anschlagsziele gebe es allerdings nicht. Die Gouverneure der 50 US-Bundesstaaten und die Bürgermeister wurden angewiesen, die Sicherheitsmaßnahmen zu verstärken, vor allem an öffentlichen Orten.

Priorität Luftverkehr
Kurz vor Hutchinsons Ankündigung betonte Tom Ridge, Minister für Innere Sicherheit, vor US-Abgeordneten, im Schutz der USA vor Terroranschlägen gebe es beträchtliche Fortschritte. Priorität habe künftig der Luftgüterverkehr.
Die Sicherheitsstufe wurde zum vierten Mal seit Einführung des mit Farben gekennzeichneten Alarmsystems im März 2002 heraufgesetzt. Erst vor fünf Wochen, nach Ende der größeren Gefechte im Irak, war die Sicherheitsstufe auf "gelb" gesenkt worden. Die USA waren damals davon ausgegangen, dass nach dem Sturz der irakischen Regierung das Risiko von Terroranschlägen zurückgegangen sei.

Festnahmen in Dschiddah
Die US-Botschaft in Riad teilte über das Außenministerium in Washington mit, neue Attentate stünden unmittelbar bevor. Botschaft und Konsulate in Saudi-Arabien bleiben deshalb für mindestens eine Woche geschlossen. Auch das britische Außenministerium in London begründete die Schließung der Botschaft und zweier Konsulate mit einer "unmittelbaren" Terrorbedrohung. Grundlage für die Warnungen seien "glaubwürdige Informationen" über weitere geplante Anschläge, hieß es in Washington und London gleichlautend.
Die saudiarabischen Behörden nahmen eine Woche nach den Terroranschlägen in Riad mehrere mutmaßliche Mitglieder des Terrornetzwerks Al Qaida fest. "Mindestens drei Mitglieder" der Terrorgruppe von Osama bin Laden seien in Dschiddah am Roten Meer festgesetzt worden, verlautete aus Sicherheitskreisen in Saudi- Arabien. Die Männer würden verhört. Unklar blieb zunächst, ob die Festgenommenen an den Anschlägen in Riad beteiligt waren. Der saudiarabische Innenminister Najef ben Abdel Asis hatte zuvor schon die Festnahme von vier Al-Qaida-Mitgliedern bekannt gegeben, die an den Anschlägen beteiligt gewesen sein sollen.
Bei den Anschlägen in Riad waren sieben US-Bürger unter den 34 Todesopfern. Die Anschläge hatten sich gegen von westlichen Ausländern bewohnte Häuser gerichtet.
(AFP/roe)