Infanteriedivision rund 80 Kilometer von der irakischen Hauptstadt entfernt sind die Vorräte an Wasser, Treibstoff und Munition bereits stark geschrumpft.

400 Kilometer Nachschubweg
Fast 400 Kilometer lang ist der Nachschubweg zwischen den Ausrüstungslagern in Kuwait und den US-Bodentruppen an der Front vor Bagdad geworden. Diese Entfernung allein verursacht Lücken bei der Versorgung der Kampfeinheiten.
Nachschubschwierigkeiten auf Grund der Distanz haben die Kriegsstrategen allerdings erwartet: Es gehörte schließlich zum Plan, dass bestimmte Truppenteile von Kuwait aus an feindlichen "Hochburgen" vorbei in Richtung Bagdad eilen und damit der Versorgungsweg sehr lang wird. Was aber offensichtlich nicht einkalkuliert wurde, ist die Kampfentschlossenheit paramilitärischer Verbände im Süden, die aus dem Hinterhalt angreifen und den Transport von Nachschub extrem unsicher machen.
Beide Faktoren zusammen und dazu schwere Sandstürme haben die Versorgung derart verlangsamt, dass die Taktik in Teilen geändert werden musste. So sah sich der amerikanische Befehlshaber der Bodentruppen im Irak-Krieg, William Wallace, gezwungen, Teile seiner Kampftruppen von den vorgeschobenen Positionen abzuziehen und zur Sicherung des Nachschubs zurück in den Süden des Iraks zu schicken. US-Kommandeure vor Bagdad haben zu verstehen gegeben, dass an größere Aktionen wie etwa eine direkte Konfrontation mit den Republikanischen Garden von Saddam Hussein rund um die irakische Hauptstadt erst dann zu denken sei, wenn sie über neue Vorräte an Munition, Treibstoff, Wasser und Nahrung für zehn Tage verfügten.

Marschbefehl 2000 Soldaten
2000 Marineinfanteristen aus Camp Lejeune (North Carolina) sollen dazu beitragen, die Schwierigkeiten zu beseitigen. Sie erhielten jetzt den Marschbefehl und sollen in Südirak den Nachschub an Lebensmitteln und Munition sicherstellen. Spezielles Augenmerk gilt dabei der Region von Nasirija mit ihren zwei Euphrat-Brücken. Diese sind zwar inzwischen unter Kontrolle der Alliierten. Guerilla-Attacken aus der Stadt heraus auf die Versorgungskonvois gehen aber unablässig weiter und gefährden vor allem den Nachschub für US-Einheiten, die sich östlich des Flusses nordwärts in Richtung Bagdad bewegen. So häufig kommen die Angriffe vor, dass US-Soldaten den südlichen Zugang zu Nasirija "Ambush Alley" getauft haben - Allee der Anschläge aus dem Hinterhalt.

Pentagon verdeckt Probleme
Das Pentagon, zunehmender Kritik an der US-Kriegsstrategie ausgesetzt, beschwichtigte unterdessen: Es gebe zwar einzelne Störungen bei der Versorgung, so hieß es, aber im Großen und Ganzen laufe der Nachschub gut. Auf Informationen von US-Journalisten vor Ort kann die Öffentlichkeit nicht mehr zurückgreifen. Die 500 "embedded journalists", die von den USA in die eigenen Truppen "eingebetteten" Berichterstatter, sind in den letzten Tagen verstummt.