Damit hat der hoch dekorierte Vietnam-Veteran neun der bisher elf Vorwahlen seiner Partei gewonnen. "Die Wahlen haben eine klare Botschaft: Die Tage des George W. Bush im Weißen Haus sind gezählt, der Wechsel ist auf dem Weg", sagte Kerry am Samstagabend in Richmond (Virginia) vor jubelnden Anhängern. Hier präsentierte er sich als Kandidat der Mitte und warf Bush "Ex-tremismus" vor, der die USA in drei Jahren drei Millionen Arbeitsplätze gekostet habe. Bush spreche von Stärke, habe die USA aber sowohl wirtschaftlich als auch bei Bildung und Gesundheitsversorgung geschwächt. "Militärisch hat George Bush uns schwächer gemacht, indem er unsere Truppen überfordert, unsere Reserven überbeansprucht und unsere Verbündeten vertrieben hat", sagte Kerry.
Zweiter hinter Kerry wurde in beiden Bundesstaaten der Ex-Gouverneur von Vermont, Howard Dean. In Washington bekam der entschiedene Gegner des Irak-Kriegs 30 Prozent, in Michigan 17 Prozent der Stimmen.
Allerdings hatte Dean, der lange US-weit als Favorit der Demokraten galt, sich gerade in dem nordwestlichen Washington besonders gute Chancen ausgerechnet. Dean hat angekündigt, seine Kandidatur aufzugeben, sollte er die Vorwahl am 17. Februar im Bundesstaat Wisconsin nicht gewinnen. Umfragen zufolge stehen dabei seine Chancen schlecht. Ein weiterer Rückschlag für Dean ist die Entscheidung der Gewerkschaft der öffentlichen Dienste AFSCME, nicht mehr wie bisher Dean als ihren Kandidaten zu unterstützen.
Senator John Edwards wurde in Michigan mit 14 Prozent Dritter, in Washington mit sieben Prozent Vierter. Alle anderen Kandidaten bekamen in beiden Staaten jeweils weniger als zehn Prozent der Stimmen.
In Michigan und Washington fanden Parteiversammlungen (Caucuses) der Demokraten statt, auf denen über die Kandidaten abgestimmt wird. Die Wahlbeteiligung sei außergewöhnlich hoch gewesen, berichteten die Parteisprecher. Gestern stand im Bundesstaat Maine ein weiterer Caucus auf dem Programm, morgen soll in Virginia und Tennessee gewählt werden. Umfragen zufolge liegt Kerry in allen Staaten klar vorn.
Für den Konvent der Demokraten Ende Juli in Boston braucht ein Kandidat mindestens die Hälfte der 4322 Stimmen. Kerry hat laut dem Nachrichtensender CNN inzwischen 409 der Delegiertenstimmen sicher, Dean 174 Stimmen, Edwards 116 und der ehemalige Nato-Oberbefehlshaber Wesley Clark 82. (dpa/kr)