Die "größte und unmittelbarste Bedrohung" geht demnach vom "atomaren Terrorismus" aus - und nicht mehr von anderen Atomwaffenstaaten. Die USA verpflichten sich, künftig keine Nuklearwaffen gegen ein Land einzusetzen, das selbst keine Atomwaffen besitzt und sich an den Atomwaffensperrvertrag hält, heißt es in dem Bericht weiter, zu dem die Regierung turnusgemäß verpflichtet ist. Washington werde selbst dann keine Atomwaffen einsetzen, wenn es mit biologischen oder chemischen Waffen angegriffen werde. Nur im Fall eines "verheerenden biologischen Angriffs" behalten sich die USA das Recht auf eine atomare Antwort vor. Im Gegenzug werde Washington seine "konventionellen Verteidigungskapazitäten" weiter ausbauen, heißt es in dem Bericht weiter. Gleichzeitig wird darin vor Versuchen des Terrornetzwerks Al Qaida und "seiner extremistischen Verbündeten" gewarnt, in den Besitz von Atomwaffen zu gelangen. Mit der Vorstellung der Nuklearstrategie läutet Obama eine neue Phase seiner Abrüstungsinitiative ein. Laut einem US-Regierungsvertreter ist es erstmals Ziel der Doktrin, die Weiterverbreitung von Atomwaffen sowie atomaren Terror zu verhindern. Bereits vor Veröffentlichung des Berichts hatte Obama in der "New York Times" angekündigt, dass ein atomarer Erstangriff künftig fast ausgeschlossen ist. Von der Nichtangriffsgarantie ausgenommen blieben dann nur noch "Außenseiter wie der Iran oder Nordkorea", machte Obama deutlich. AFP/kr