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US-Panzer in Polen eingetroffen

Danzig. Im Hafen von Danzig sind am Mittwoch die ersten Panzer der US-Armee eingetroffen, Sie gehören zu Panzerbrigade, die die bisher in Polen und im Baltikkum stationierten Truppen ersetzen soll. bob/mit dpa

Die Operation "Atlantic Resolve" geht weiter. Wie das US-Militär am Mittwoch berichtete, sind in Danzig Teile der Ausrüstung für die neue Panzerbrigade eingetroffen. Die sogenannte Dagger-Brigade (Dolch-Brigade) ersetzt die seit Januar in Osteuropa aktive Iron-Brigade mit rund 4000 Soldaten inklusive Panzern und schwerem Gerät.

Das Schiff mit der Ausrüstung wurde am Morgen im Hafen von Danzig entladen. Eine weitere Schiffsladung sollte laut früheren US-Angaben in Bremerhaven ankommen. Ob es von dort erneut einen Schienentransport durch die Lausitz geben wird, war zunächst noch unklar.

Im Januar hatte der erste Aufmarsch der neuen Verstärkungstruppen für Osteuropa für großen Wirbel in der Region gesorgt. Die Panzer waren unter anderem über den Bahnhof Cottbus nach Polen verlegt worden.

Diesmal haben die Logistik-Experten des US-Militärs allerdings mit zusätzlichen Hürden zu kämpfen. Bahnbau-Arbeiten bei Bremerhaven erschweren die Planung. Für zusätzlichen Wirbel sorgen die Tropenstürme im Süden der USA. Wetterbedingt könnten noch keine exakten Daten für die logistische Großoperation genannt werden, sagte ein Sprecher der US-Army in Wiesbaden in der vergangenen Woche. Die Schiffe werden in Beaumont beladen, das in dem von Unwettern betroffenen US-Bundesstaat Texas liegt.

Fest stehe aber, dass einer der Großfrachter wieder in Bremerhaven abgewickelt wird. Zwei der insgesamt drei Schiffe sollten in Danzig in Polen entladen werden.

Bei der Operation "Atlantic Resolve" soll nach neun Monaten die Iron-Brigade planmäßig abgezogen und durch eine neue Brigade komplett ersetzt werden. Es geht diesmal um die Entsendung und auch die Rückführung der Einheiten. Ursprünglich war dafür ein Zeitfenster vom 4. September bis 1. Oktober im Gespräch.

Im Januar waren über Bremerhaven knapp 90 Panzer, zahlreiche Lkw, Container, Anhänger und schweres Gerät der 3. Brigade der 4. US-Infanteriedivision von Colorado verlegt worden. Die Brigade hat eine Stärke von rund 4000 Soldaten.

Für zusätzlichen Wirbel sorgen die zeitgleich in Weißrussland stattfindenden "Zapad"-Manöver. In der baltischen Staaten ist die Sorge groß, dass dadurch massiv russische Truppen an die Grenze verlegt werden. Die Zapad-Manöver beginnen am Donnerstag.

Sinn der Operation "Atlantic Resolve" ist es, die Sorge der osteuropäischen Nato-Staaten vor einer wie auch immer gearteten Offensive Russlands zu nehmen. Entsprechend wurde in Washington auch schon über eine Verzögerung des Truppenabzugs im Rahmen von "Atlantic Resolve" diskutiert.