Am besten heute noch", ruft er am Dienstag bei einem Besuch der Mittelschule "Am Adler" in Leipzig. Die Teenager der 9a grinsen und lachen leise vor sich hin. Keiner von ihnen war bisher in den USA. Insofern finden sie die Schulstunde mit dem Botschafter der Vereinigten Staaten in Deutschland "interessant". Murphy besucht derzeit Sachsen und Thüringen. Es sei seine Idee gewesen, sich außerhalb der normalen Termine geballt in den konsularischen Distrikten umzusehen, sagt eine Sprecherin. Fünf Konsulate unterhalten die USA in Deutschland: in Frankfurt/Main, Hamburg, Düsseldorf, München und in Leipzig. Der US-Botschafter betont bei seinem Auftritt in der Schule, wie wichtig das vereinte Deutschland für die USA sei. Ostdeutschland sagt er eine "leuchtende Zukunft" voraus. Der Botschafter gibt sich in der Mittelschule hemdsärmelig und kumpelhaft. Um das Gespräch mit den Schülern in Gang zu bringen, fragt er sie nach Fußball und den Chancen der deutschen Vereine in den europäischen Wettbewerben. Die Jugendlichen antworten zögerlich und leise. Dann schwenkt Murphy auf ein amerikanisches Thema um und fragt die Schüler, welcher "wichtige Mann" in Chicago zu Hause sei. Barack Obama fällt keinem Schüler ein. Obamas Lebensgeschichte eines von den Großeltern aufgezogenen, schwarzen Jungen aus Hawaii nimmt Murphy zum Anlass, den Schülern Tipps mit auf den Weg zu geben. "Lasst euch von niemanden einreden, euer Lebensweg wäre vorgezeichnet", sagt er. "Always dream!", fügt er hinzu und: "You can!" dpa/mb