Nach einer lebensgefährlichen Messerattacke auf einen Schüler bei Berlin wird im Cottbuser Rockerprozess am Freitag (09.30 Uhr) das Urteil des Landgerichts erwartet. Seit fast zwei Jahren stehen vier Männer vor Gericht. Sie sollen Ende 2011 in Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) auf den 16-Jährigen losgegangen sein, weil sie ihn irrtümlich für ein Mitglied eines befeindeten Rockerclubs gehalten haben. Der Schüler wurde so sehr getreten und mit Messern traktiert, dass er nur durch eine Notoperation gerettet werden konnte.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten im Alter zwischen 25 und 39 Jahren versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung vor und plädierte auf Haftstrafen zwischen sieben Jahren und neun Monaten und zwölf Jahren. Die Nebenklage will, dass alle für jeweils elf Jahre ins Gefängnis kommen.

Die Verteidiger fordern teilweise Freispruch. Für einen Angeklagten wurde auf eine Haftstrafe von einem Jahr und zwei Monaten wegen Landfriedensbruchs und für einen weiteren auf eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten wegen Körperverletzung plädiert.