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Ursula von der Leyen lobt Lausitzer Netzwerke für Familien

Neue Töne“ seien das, lobte Ursula von der Leyen die Familienpolitik Lausitzer Unternehmen.
Neue Töne“ seien das, lobte Ursula von der Leyen die Familienpolitik Lausitzer Unternehmen. FOTO: Helbig
Viel Lob und freundlicher Dialog selbst bei strittigen Fragen zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie – der Besuch einer wie stets gut aufgelegten Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Dienstagabend bei Vattenfall in Cottbus gestaltete sich für Gast, Gastgeber und Von Daniel Preikschat

Besucher harmonisch. Aber wie auch nicht? Schließlich bekannte sich die Lausitzer Wirtschaft im gut gefüllten Barbarasaal zum „Erfolgsfaktor Familie“ , der auch der Ministerin am Herzen liegt, die erst kürzlich in Berlin der Lausitzer Rundschau Medienverlag GmbH ein Zertifikat als familienfreundliches Unternehmen überreichte.

IHK-Präsident Ulrich Fey – die IHK Cottbus war neben Vattenfall Gastgeber – betonte gleich anfangs: „Südbrandenburger Firmen sind sich bewusst, dass Familienfreundlichkeit ein Markenzeichen ist.“
Wie das konkret aussieht, beschrieben zunächst Hermann Borghorst, Personalvorstand von Vattenfall Europe Mining & Generation, und Heidrun Grünewald, Chefin des Cottbuser Carl-Thiem-Klinikums. Beeindruckt zeigte sich von der Leyen vor allem von den Vattenfall-Angeboten. Borghorst verwies auf Kinderbetreuungs- und Ferienplätze, auf Familienservice und flexi ble Arbeitszeiten. „Neue Töne“ seien das, lobte die Ministerin, in einem Land, das kläglich wenig getan habe für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. So würden 80 Prozent gut qualifizierter Frauen trotz Kind gern arbeiten. Nur 40 Prozent aber kehrten nach der Schwangerschaft in den Job zurück. Nur eine von zehn Frauen finde in den alten Bundesländern für ihr Kleinkind einen Kitaplatz. Im Osten sehe das mit einer Quote von 40 Prozent besser aus, so von der Leyen. Insgesamt müsse Deutschland für arbeitende Eltern mehr Geld, Infrastruktur und Zeit investieren. Dafür setze sie sich mit ihrer Vier-Milliarden-Euro-Forderung für die Kinderbetreuung ein.
Schlagfertig und mit gewinnendem Lächeln ging der Besuch aus Berlin mit Kritik aus dem Publikum um. Ein Unternehmen wie Vattenfall könne leichter familienfreundliche Strukturen aufbauen als ein kleines, hieß es. Dazu die Ministerin: „Die IHK vermittelt ihnen Berater.“ Von der Leyen nannte das Beispiel eines Tagesmutterverbundes für mehrere Firmen. Erfreut nahm sie zur Kenntnis, dass in der Lausitz Netzwerk-Angebote existieren. Hermann Borghorst wies auf das Netzwerk Lausitz hin, Monika Vandreier vom Frauenzentrum Cottbus auf ein lokales Bündnis für Familie.
Einer Kindergärtnerin aus dem Spreewald versprach von der Leyen, dass die Hälfte der vier Milliarden genutzt werde, um in Bildungseinrichtungen Personal aufzustocken. Nicht mit sich reden ließ die Ministerin nur, als Amtsgerichtsdirektor Wolfgang Ruhpieper und die Cottbuser SPD-Landtagsabgeordnete Martina Münch vorschlugen, Kindergeld lieber direkt in Bildungseinrichtungen zu investieren.