Der Cottbuser Oberstaatsanwalt Gernot Bantleon bestätigte nach der ersten Zeugenvernehmung am gestrigen Mittwoch eine mögliche Sogwirkung des Zuges. Einer der sechs Bauarbeiter, die in der Nähe des Calauer Bahnhofes mit einer Weichen stopfmaschine zugange waren, habe ausgesagt, dass die beiden Sicherheitsposten am oder sogar im Gleisbett gestanden haben. Hätten sie neben dem Gleis gestanden, wäre eine Sogwirkung möglich, so Bantleon. Das aber sei Spekulation, weil der Zeuge sich nicht sicher gewesen sei. Ein Suizid könne ausgeschlossen werden.

Derweil schwebe der bei dem Unfall schwer verletzte 37-jährige Kollege des Verstorbenen nach wie vor in Lebensgefahr, bestätigte Bantleon am Mittwochabend. Genaueres über den gesundheitlichen Zustand könne er nicht mitteilen. Auch gebe es bisher keine Informationen darüber, ob der Zug möglicherweise zu schnell unterwegs war. Unklar sei zudem, ob ein Fahrdienstleiter die beiden Streckenposten über den herannahenden Zug informiert hat. Ein Bahnsprecher bestätigte am Dienstag, dass dieser Informationsweg über Funk oder Handy eine gängige Praxis sei.

Die Streckenwärter, die beide aus dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz stammen, waren am vergangenen Montagabend von einem Regionalexpress, der von Leipzig nach Cottbus unterwegs war, erfasst und in einen Graben geschleudert worden. Der 41-Jährige verstarb trotz eingeleiteter Rettungsversuche noch am Unfallort. Nach dem Unfall mussten 30 Fahrgäste den Zug verlassen. Sie blieben unverletzt. Beim Zugverkehr kam es zu erheblichen Einschränkungen.

Die Ermittlungen laufen weiter, die anderen Bauarbeiter werden noch befragt, so Staatsanwalt Bantleon.