Zugleich laufen an der Unfallstelle fast routiniert die Aufräumarbeiten. Experten forschen intensiv nach der Ursache.

Nicht sicher scheint zu sein, wie es zu der Katastrophe kommen konnte. Zwar hat die Deutsche Presse-Agentur aus zuverlässiger Quelle erfahren, dass die Tragödie nahe dem oberbayerischen Rosenheim durch menschliches Versagen ausgelöst worden sein soll. Doch weder Staatsanwaltschaft noch Polizei wollen unter Verweis auf laufende Ermittlungen etwas dazu sagen.

Der Fahrdienstleiter sei den Angaben zufolge zwar befragt worden. Ein dringender Tatverdacht habe sich dabei aber nicht ergeben, sagt Jürgen Thalmeier vom Polizeipräsidium in Rosenheim. Grundsätzlich auszuschließen sei menschliches Versagen nicht. Auch Politiker halten sich bedeckt. Nach Angaben von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) ist noch nicht klar, ob menschliches oder technisches Versagen vorliegt.

Zugleich wirft das Unglück auch Fragen zur Sicherheit auf eingleisigen Bahnstrecken in der Lausitz auf. Auf RUNDSCHAU-Anfrage bestätigte Bahnsprecher Gisbert Gahler, dass in Brandenburg alle eingleisigen Strecken mit dem punktförmigen Zugbeeinflussungssystem PZB 90 ausgerüstet seien - dem gleichen System wie in Bayern. Solche Abschnitte gibt es noch auf den Lausitzer Strecken: Lübbenau-Cottbus, Lübbenau-Calau, Cottbus-Görlitz, Cottbus-Forst, Cottbus-Frankfurt (Oder) und Elsterwerda-Biehla-Elsterwerda.

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