In dem von 100 Bürgern unterzeichneten Schreiben heißt es: „Wir fordern die sächsischen Behörden auf, ihre Verfolgungswut gegen mündige Bürger und insbesondere das Ermittlungsverfahren gegen Lothar König zu beenden und sich stattdessen mit den tatsächlichen Feinden der Demokratie zu beschäftigen“.

Die Anklage gegen König komme zu einem Zeitpunkt, „an dem sich thüringische und sächsische Behördenvertreter die Verantwortung für jahrelange Verschleppung der Ermittlungen und Verfahren gegen hetzende und mordende Neonazis zuzuschieben versuchen“. Die Unterzeichner des Briefes solidarisieren sich mit König, „den wir schon aus DDR-Zeiten als treuen und ehrlichen Gefährten der Demokratiebewegung kennen“.

Die Staatsanwaltschaft Dresden hat gegen den Pfarrer Anklage wegen schweren Landfriedensbruchs erhoben hat. Er soll während der Proteste gegen Neonazi-Aufmärsche am 19. Februar in Dresden per Lautsprecher zu Gewalt gegen Polizisten aufgerufen haben. König bestreitet das.

Bereits am Freitag hatten der Thüringer SPD-Fraktionschef Uwe Höhn und seine Amtskollegen von den Grünen und Linken, Anja Siegesmund und Bodo Ramelow, sich öffentlich zu König bekannt: Das Verfahren sei ein „politischer Prozess“, heißt es in dem Schreiben.