(iwe) Das Jahr 2019 könnte für Brandenburgs Feuerwehren erneut ein „kompliziertes Waldbrandjahr“ werden. Davor warnte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Freitag in Potsdam. Schon heute gelte in den allermeisten Kreisen die höchste Waldbrandwarnstufe fünf. Und bedingt durch die große Trockenheit hat es seit Jahresanfang nach Angaben von Agrarstaatssekretärin Caroline Schilde bereits 70 Waldbrände in Brandenburg gegeben.

Schröter sieht das Land insgesamt „gut aufgestellt“, was die Bekämpfung zukünftiger Waldbrände betrifft. So werde seit dem 1. Januar mit einer neuen Förderrichtlinie die Anschaffung geländegängiger Löschfahrzeuge, von Drohnen zur Lageerkundung und von Systemen zur Wasserversorgung über lange Strecken ermöglicht.

„Es kann mit den Drohnen vieles sehr zeitnah erkundet werden“, sagte Schröter. Polizeihubschrauber bräuchten dagegen oft längere Zeit, bis sie am Ort des Geschehens seien. Als Konsequenz aus dem Waldbrand von Treuenbrie­tzen im vergangenen Jahr werden zudem 32 neue Digitalfunkmasten errichtet. Denn in Treuenbrietzen waren die Einsatzkräfte zeitweise nicht erreichbar – eine Situation, die „im Einsatz nicht akzeptabel“ sei, so Schröter.

Zudem habe die als Reserve vorgehaltene satellitengestützte Digitalfunktechnik zunächst nicht funktioniert. „Wir mussten sie im laufenden Einsatzgeschehen funktionsfähig machen.“ Agrarstaatssekretärin Schilde kündigte an, dass es in den Brandenburger Forsten künftig mehr Waldbrandschutzstreifen geben werde. Zuden würden in Wünsdorf und in Eberswalde Waldbrandzentralen eingerichtet und das automatische Waldbranderkennungssystem Firewatch für 4,2 Millionen Euro modernisiert.

36 zusätzliche Stellen soll es im Forstbetrieb geben, um Waldbesitzer für Waldbrandgefahren zu sensibilisieren und zu beraten. Insgesamt 100 neue Waldbrandwarnschilder sollen aufgestellt werden, zudem sollten die Schutzkonzepte für die Lieberoser Heide und den ehemaligen Truppenübungsplatz Jüterbog, wo es im vergangenen Jahr besonders oft zu Bränden gekommen sei, überarbeitet werden.

Ein Dauerproblem allerdings gibt es bei den Feuerwehren selbst. Denn Jahr für Jahr verlieren die Freiwilligen Feuerwehren in Brandenburg rund 900 aktive Mitglieder. Derzeit sind nach Angaben Schröters noch 39 000 Ehrenamtliche im Dienst. Deswegen soll – neben diversen Prämien für ehrenamtliche Helfer – schon an den Schulen mit der Feuerwehrausbildung begonnen werden.

Ziel sei es, dass Schüler der 10.Klasse am Ende den Befähigungsnachweis als Truppmann 1 oder Truppmann 2 erwerben könnten. „Und wenn nur 20 Prozent davon später bei der Feuerwehr kleben bleiben, wäre das ein großer Erfolg“, sagte Schröter. Speziell mit Blick auf die Waldbrände sei zudem geplant, an einer zweiten Feuerwehrschule in Wünsdorf Kurse für Führungskräfte zur Waldbrandbekämpfung anzubieten, um bei Großbränden, wie etwa in Treuenbrietzen, auch Einsatzleiter nach einer gewissen Zeit ablösen zu können.