Die zweifache Weitsprung-Olympiasiegerin Heike Drechsler hat im Kampf gegen Stasi-Vorwürfe nach eigener Darstellung einen weiteren Sieg errungen. Die 53-Jährige setzte nach Angaben ihres Anwalts eine Unterlassungserklärung gegen Roland Jahn durch, den Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU) in Berlin.

Dieser Darstellung widersprach ein Sprecher des BStU am Freitagabend. Jahn soll am 24. Oktober im ARD-Mittagsmagazin behauptet haben, Drechsler seien Akten zugeordnet worden, die sie als Inoffizielle Mitarbeiterin (IM) ausweisen würden.

Dazu teilte der BStU mit, dass Jahn damals erklärt habe, „dass es in diesem Fall auch Akten gebe, die gemäß Stasi-Unterlagengesetz den Akten als Mitarbeiterakten zugeordnet werden“. Es gehe „um eine Bewertung von Akten, nicht Personen“.

Nach einer Erklärung von Drechslers Anwalt soll sich die Behörde verpflichtet haben, das künftig nicht mehr zu behaupten und die damalige Aussage richtig zu stellen. Auch dieser Formulierung widersprach der BStU und betonte: „Das ist falsch, da Herr Jahn das ja nicht behauptet hat, auch richtigzustellen gibt es demzufolge nichts.“ Vielmehr werde der BStU „eine solche Äußerung auch zukünftig nicht tätigen“.

Öffentliche Anschuldigungen, Drechsler habe der Stasi zugearbeitet und Kollegen bespitzelt, hat es immer wieder gegeben. Drechsler war einst ein Aushängeschild des DDR-Sports und Mitglied in der SED und Abgeordnete der Volkskammer. Die heute in Berlin lebende Ex-Leichtathletin war zweimal Weltmeisterin und fünfmal Europameisterin.