"Wir versuchen zwar, dass keine Tragödie passiert, aber der Zustand ist in Anbetracht der hohen Werte ein Albtraum", mahnt der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen, Martin Roth.
Dabei dürfte eine Reihe von Gemälden wie die zarten Pastelle eigentlich nicht groß bewegt werden. Für Roth, die Museumsdirektoren und internationale Experten steht fest: "In die alten Depots dürfen sie nicht zurück." Seit der Flut kämpfen die Befürworter um einen Depot-Neubau.
Die Schätzungen für einen solchen Neubau gehen von rund 30 Millionen Euro aus. "In Dresden ist die Situation seit dem Krieg beengt, wir wurschteln uns durch", schildert Roth. Ein Depot für die Gemälde, Skulpturen, Porzellane und die Rüstkammer, deren Sammlung derzeit an acht verschiedenen Orten verteilt sei, wäre dringend nötig. Selbst der Bundeskanzler habe sich für den Plan ausgesprochen.
Das Land aber hält daran fest, die Bilder wieder in die alten Depots zu hängen. "Das zeigt, dass der Freistaat sich nicht bewusst ist, was er aufs Spiel setzt", ärgert sich Roth. "Dabei ist die Versicherungssumme nur eines Vermeer höher als der Preis eines neuen Depots."
Für den erfahrenen Manager wird hier aus politischer Strategie heraus mit der ganzen Kultur gespielt. "Auch der Bundeskanzler sieht die Notwendigkeit einer fachgerechten Unterbringung der Kunstschätze." Im Bundeskulturministerium wird darüber nachgedacht, ob bei Nichtausschöpfen des Fluthilfe-Fonds geholfen werden könne, hieß es aus Berlin. Dort sei man aufgeschlossen gegenüber dem Thema.
"Wir sind nicht gegen den Neubau, bei dem wir nur vom Notwendigsten ausgehen", sagt Kultusminister Matthias Rößler (CDU). "Aber Sachsen kann die 25 bis 30 Millionen Euro nicht bezahlen." Das Angebot des Bundes sei eine gute Option.