Er stimmt auch dem Senftenberger Landschaftsplaner Wolfgang Joswig zu, der davon ausgeht, „dass die Fontäne mindestens 90 Meter hoch sein müsste, um weithin sichtbar zu sein“. Noch immer aber fehle ein Sponsor, der die Investition von grob geschätzten 200 000 Euro übernehmen würde.

Expertenkonferenz

Deshalb präsentierte Kuhn am Mittwoch in Großräschen zum Auftakt des Themenjahres „Neuland Lausitz“ die internationale Konferenz „Chance: Bergbau-Folge-Landschaft“ vom 15. bis zum 17. September als einen Höhepunkt auf dem Weg zum IBA-Finale 2010. Dazu würden 200 Experten von fünf Kontinenten in Großräschen erwartet. Mit ihnen werde kritisch über die Gestaltung von Landschaften nach dem Bergbau diskutiert – die Ergebnisse sollen in ein Buch einfließen, das die zehn Jahre IBA in der Lausitz dokumentieren will. Neben bekannten und neuen Touren zum Mars – in die Bergbaufolgelandschaft – oder der für 2010 neu konzipierten Präsentationsroute werden alle 25 IBA-Projekte auf den Terrassen in Großrä schen vorgestellt. „Wir wollen einen kraftvollen Abschluss, der zugleich Anfang für die Zeit nach der IBA sein muss“, schätzt Kuhn ein.

Alleinstellungsmerkmal

Ob der Knaller bereits gefunden ist, lässt der IBA-Chef offen. Aus seiner Sicht könne dies auch der schwimmende Steg – einen Kilometer lang auf dem Sedlitzer See – sein, an den sich Restaurant, Jugendherberge, Wasserski-Ausleihe oder Wasserrettung andocken. Großräschens Bürgermeister Thomas Zenker (SPD) kann sich dagegen für die Fontäne vor den Toren seiner Stadt erwärmen. Er könne sich sogar vorstellen, dass der Strom vom Solarpark am Ufer des Ilse-Sees kommt. „Das heißt: Die Fontäne funktioniert nur, wenn die Sonne scheint.“ Zudem sei eine solche Fontäne Alleinstellungsmerkmal, „das macht neugierig“, sagt Zenker. Kuhn fügt hinzu, dass es in Deutschland zwar schon Hunderte Fontänen gebe, aber keine so riesige.

Dass die IBA damit zugleich ihrem Motto gerecht werden würde, Unmögliches möglich zu machen, darauf verweist der Finsterwalder Stefan Kastner. Er hat mit in seinem auf Wasser- und Energieprojekte spezialisierten Ingenieurbüro bereits eine solche Flutungsfontäne konzipiert. „Sie in aufsteigendem Wasser zu platzieren, ist schon eine Herausforderung“, erklärt der Büroleiter. „Aber alles ist machbar, wenn das Projekt gewollt wird und sich schnell die Entscheidungsträger an einen Tisch setzen.“