Überall dort, wo eine Volksgruppe eine Mehrheit hat, wurde auch der jeweilige nationale Kandidat zum Bürgermeister gewählt, berichtete die staatliche Wahlkommission am gestrigen Montag in Sarajevo. Nur gut die Hälfte der 3,1 Millionen Wahlberechtigten habe gewählt.

Unklar blieb die Lage im ostbosnischen Srebrenica, wo im Juli 1995 bis zu 8000 muslimische Jungen und Männer von serbischen Verbänden ermordet worden waren. Hier beanspruchte der muslimische Kandidat Camil Durakovic das Amt des Bürgermeisters, obwohl die serbische Kandidatin deutlich mehr Stimmen erhalten hatte. Durakovic begründet seinen Sieg damit, dass Briefwähler und Wahlberechtigte, die außerhalb der Stadt leben, für ihn gestimmt hätten.

Damit wäre der Plan der Serben gescheitert, erstmals hier den Bürgermeister zu stellen. Bisher gab es mit Blick auf den Völkermord die Regelung, dass nur ein Muslim an der Spitze der Gemeinde stehen darf. Dieses Gesetz war jetzt weggefallen. Offizielle Zahlen lagen am Montagabend nicht vor.

Die Wahl verlief entgegen allen Befürchtungen ohne Zwischenfälle. Das berichtete der bosnische Sicherheitsminister Sadik Ahmetovic am Sonntagabend.