"Abschüsse von Wölfen, die ein atypisches Verhalten aufweisen oder sich innerhalb eingezäunter Weiden befinden, sollten ermöglicht werden", erklärte der sächsische Landtagsabgeordnete Jan Hippold am Mittwoch nach einem Treffen von umweltpolitischen Sprechern von CDU und CSU in Dresden. Es gebe einen großen "Vertrauensverlust insbesondere bei Nutztierhaltern, Jägern und den Menschen, die in den Gebieten mit Wolfsvorkommen leben", heißt es in einer Resolution. Wölfe sind in Deutschland streng geschützt und dürfen deshalb nicht gejagt werden.

Für einen strengen Schutz plädiert vor allem die Umweltschutzorganisation WWF. Sie fordert von der Politik in der aktuellen Wolfsdebatte ein klares Bekenntnis zum Existenzrecht der Wölfe in Deutschland. "Wer jetzt populistisch nach Abschüssen und Wolfs-Obergrenzen schreit, für die es keine gesetzliche Grundlage gibt, lenkt nur von den eigentlichen Problemen ab, mit denen etwa Schafshalter zu kämpfen haben und für die es Lösung braucht", sagt Moritz Klose, Wildtier-Referent beim WWF Deutschland.

"Interessenvertreter und Politiker sollten sich beim Wolf darüber Gedanken machen, wie sie die flächendeckende Anwendung von Herdenschutzmaßnahmen in Wolfsgebieten noch besser unterstützen können", erklärt Klose.

Bei einer RUNDSCHAU-Umfrage unter knapp 2000 Lausitzern plädieren etwa 65 Prozent für einen Schutz der Wölfe. Knapp die Hälfte der Befragten hätte allerdings nichts gegen eine Jagd auf die Tiere zu streng festgelegten Jagdzeiten. Länder Seite 5