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| 02:46 Uhr

Union sucht Rentenkonsens mit SPD

Berlin. Die CDU sieht in Vorschlägen zur Rentenpolitik von SPD-Chef Sigmar Gabriel eine gute Basis für einen Rentenkonsens. Die FDP reagiert auf Avancen von Arbeitsministerin von der Leyens gereizt und wittert eine große Koalition. Joachim Schucht und Ruppert Mayr

CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe sagte der Tageszeitung "Die Welt": "Wenn sich die SPD ohne Wenn und Aber zur notwendigen, schrittweisen Einführung der Rente mit 67 bekennt, sollte auch ein Konsens zur dauerhaften Vermeidung von Altersarmut möglich sein." Und: "Gemeinsam wollen wir, dass jemand, der viele Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat, eine Rente oberhalb der Grundsicherung erhält."

Der SPD-Chef hatte am Wochenende "ergebnisoffene Gespräche" über sein zum Teil steuerfinanziertes Rentenkonzept angeboten. Das Konzept wird auch von der Parteilinken akzeptiert. Deren Sprecherin Hilde Mattheis sagte, in mehreren Punkten ginge Gabriel auf die Gewerkschaften zu.

Gabriel wie von der Leyen machten deutlich, dass sie einen parteiübergreifenden Konsens bei der künftigen Rentenpolitik anstreben. Allerdings schränkte der SPD-Chef am Sonntagabend in der ARD ein: Solange die Koalition sich weigere, an der Erwerbsarmut etwas zu tun, solange sie den Niedriglohnsektor ausbauen wolle, statt ihn einzuschränken, solange gebe es keinen Konsens.

Beim Koalitionspartner FDP sieht man die Offerte mit großem Argwohn. Der nordrhein-westfälische FDP-Chef Christian Lindner sagte: "Die Bundesarbeitsministerin hat offenbar den Ehrgeiz, Steigbügelhalterin einer großen Koalition ohne (Kanzlerin) Angela Merkel zu sein." Politik Seite 4