Vor der ersten Sondierungsrunde zwischen Union und Grünen haben CDU-Politiker die Öko-Partei zur Kompromissbereitschaft aufgerufen. "Sie müssen in den Sondierungsgesprächen zeigen, dass sie ihrer Bevormundungspolitik abgeschworen haben", sagte EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) dem Magazin "Spiegel". Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) mahnte: "Das Steuerthema wird ganz zentral sein." Am Ende müssten die Bedingungen stimmen. Die Chancen für ein Bündnis mit den Grünen seien in den vergangenen Tagen aber von "theoretisch" auf "denkbar" gestiegen.

Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) warnte dagegen vor überzogenen Erwartungen an das schwarz-grüne Treffen. "Niemand hat diese Liaison in den vergangenen Jahren vorbereitet", sagte sie.

Die Union hatte sich am Freitag zunächst mit der SPD zu einem ersten Sondierungsgespräch getroffen und für den 14. Oktober bereits einen zweiten Termin mit den Sozialdemokraten vereinbart.

Führende Sozialdemokraten deuteten am Wochenende unterdessen Kompromissbereitschaft beim großen Streitthema Steuern an. Für die SPD seien Steuererhöhungen kein Selbstzweck, sagte Parteichef Sigmar Gabriel im ZDF. Eine Botschaft in diese Richtung kam von der CDU-Chefin, Kanzlerin Angela Merkel: Sie erklärte Investitionen in Bildung und Forschung zur vorrangigen Aufgabe der nächsten Jahre. Sogleich legte Gabriel in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" nach und verwies darauf, dass jedem klar sei, auch der Union, "dass ohne einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn die SPD in keine Regierung eintreten kann".

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