"Auf dem Weg zur Kurfürstenmacht" und "Kurfürstliche Garderobe" komplettieren den sogenannten Renaissanceflügel. Damit werde sächsische und europäische Geschichte der Reformationszeit authentisch erlebbar, sagte die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen (SKD), Marion Ackermann. "Die Objekte sind zugleich Zeugnisse von Machtrepräsentation der Zeit wie auch Kunstwerke von einzigartiger Qualität und Schönheit." Das sie in solcher Zahl mehr als 500 Jahre bewahrt wurden, grenze an ein Wunder.

Rund 990 Exponate zeichnen den Weg der Wettiner - Sachsens einstige Herrscher - von der Erlangung der sächsischen Kurwürde 1423 bis zum Jahr 1553 nach und geben Einblick in die fürstliche Mode der Zeit. Dabei sind erstmals der weltweit größte Schatz an Prunkwaffen der Reformationszeit und des frühen Barocks zusammen ausgestellt sowie seit dem Zweiten Weltkrieg im Depot verwahrte Originalgewänder um 1550 bis 1650 inszeniert. Die kostbare Fürstenmode der Renaissance und des Frühbarocks ist mit wenigen Ausnahmen unikat.

DIE DRESDNER RÜSTKAMMER

Die aus dem Besitz sächsischer Herzöge und Kurfürsten hervorgegangene Dresdner Rüstkammer zählt zu den kostbarsten Prunkwaffen- und Kostümsammlungen der Welt. Ihre Bestände aus dem 16. bis 18. Jahrhundert sind in Vielzahl und Vollständigkeit einzigartig.

Zu den rund 13.000 Stücken zählen Meisterwerke von Kunsthandwerkern und Waffenschmieden aus Europa und dem Orient: Harnische aus Gold und Silber, prunkvolle Schwerter, Säbel, Pistolen und Gewehre, mit Edelsteinen besetzte Reitzeuge und kostbar bestickte Gewänder. 1370 davon sind inzwischen ausgestellt.

Im 16. Jahrhundert als Harnischkammer eingerichtet, entwickelte sich der Bestand zur Kurfürstlichen Rüstkammer und später zum Historischen Museum mit eigenem Domizil. Während des Zweiten Weltkrieges waren die Exponate ausgelagert. 1945 beschlagnahmte die Trophäenkommissionen der Sowjetarmee die Meisterwerke. Nach ihrer Rückkehr konnten ab 1959 mangels Platz nur etwa 1300 ausgewählte Exponate gezeigt werden. Ende 2012 begann der Umzug des zu den Staatlichen Kunstsammlungen gehörenden Museums ins Residenzschloss.