Für das zehnstöckige Informations-, Kommunikations- und Medienzentrum (IKMZ) in Innenstadt-Nähe wird an diesem Donnerstag Richtfest gefeiert.
Der 21 Millionen Euro teure Neubau in einem früheren Stadion, der im Herbst 2004 eröffnet werden soll, gilt als neues architektonisches Wahrzeichen der Hochschule. Mit seinen Rundungen erinnert der Grundriss an ein Kleeblatt.
Das Projekt stammt von den Architekten Jaques Herzog und Pierre de Meuron aus Basel. Die Schweizer betteten die Bibliothek in Anlehnung an den Jugendstilbau des Staatstheaters Cottbus in eine Parklandschaft ein. Durch die doppelschalige Glasfassade soll das 32 Meter hohe Gebäude einmal nachts weithin in die Stadt leuchten.

Modernes Medienangebot
BTU-Präsident Ernst Sigmund freut sich vor allem darüber, dass in dem Medienzentrum ein in Europa einzigartiges Konzept der Versorgung mit Informationen umgesetzt werden kann. „Dieses Konzept vereint die klassischen Dienstleistungen einer Bibliothek, die elektronische Datenverarbeitung und den Multimedia-Bereich zu einem integrierten Angebot für Studierende, Wissenschaftler und Bürger.“
Mit dem Neubau will die 1991 gegründete BTU ihre Attraktivität steigern. Neue Konzepte der Wissensvermittlung und des lebenslangen Lernens sollen stärker berücksichtigt werden. Außerdem soll das Zentrum zu einem Ort der Begegnung werden und interdisziplinären Anforderungen gerecht werden. Momentan ist das nicht einfach, weil die Bibliothek noch auf fünf Standorte verteilt ist.
Ein Viertel der fast 5000 Studenten kommt aus dem Ausland. Die größte Gruppe der 80 Nationen stellen Chinesen, gefolgt von Studenten aus Polen, Kamerun und der Ukraine. Die Forschung konzentriert sich auf die Bereiche Umwelt, Energie, Material sowie Information und Kommunikation.
Zwei internationale Studiengänge – Umwelt- und Ressourcenmanagement sowie Weltkulturerbe – werden in Englisch angeboten. Wissenschaftler und Studenten pflegen die Kooperation mit der Industrie, darunter mit dem Lausitzer Kohle- und Energiekonzern Vattenfall und dem Triebwerkshersteller Rolls-Royce in Dahlewitz bei Berlin – all dies stellt erhöhte Anforderungen an das Informationssystem.
Von den zehn Etagen der neuen Bibliothek, dessen Rohbau eine Dresdner Firma errichtet, sind nur acht zu sehen; die anderen beiden liegen unter der Erde. „Wir haben jetzt mit den Fassadenarbeiten begonnen“ , erläutert Bauleiter Steffen Pech. Mehr als die Hälfte der Fassade werde aus Glas bestehen. Strom und Wärme liefert künftig ein kleines Blockheizkraftwerk und ein Teil der Energie kommt aus Erdsonden. Beim Ausbau werden bis zu 100 Arbeiter beschäftigt sein, vor allem aus Brandenburg und Sachsen.

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„In dem Neubau stehen 900 000 Medieneinheiten zur Verfügung, also vor allem Bücher, CD-ROM, Zeitschriften und Mikrofilme“ , berichtet Susett Tanneberger, die in der Bibliotheksverwaltung für das IKMZ-Management verantwortlich ist. Derzeit verfüge die Universitäts-Bibliothek an allen fünf Standorten zusammen über 750 000 Medieneinheiten.
„Alle 627 neuen Arbeits- und Leseplätze sollen mit einem Netzanschluss versehen werden und etwa 100 Plätze erhalten einen PC“, weiß Tanneberger. In drei PC-Pool-Arbeitsräumen kommen 60 weitere Plätze für Gruppen- und Sprachlernprojekte hinzu. Das Medienzentrum soll nach seiner geplanten Fertigstellung im Jahr 2004 auch Nicht-Studenten in Cottbus und der Lausitz offen stehen. Informationen zum Thema gibt es im Internet auf der Seite www.tu-cottbus.de.