Das Zugunglück mit 30 ineinander verkeilten Waggons ist eines der schwersten der vergangenen Jahre im Land Brandenburg. Ein 54-jähriger Stellwerker aus Brieske fand in den Trümmern den Tod.

Drei Monate nach dem Unglück am wichtigen Knotenpunkt für Züge nach Leipzig, Berlin und Dresden bleiben die Auswirkungen auf den Eisenbahnbetrieb gravierend. "Die Kapazität des Bahnhofes ist um die Hälfte reduziert", bestätigt Dieter Prautzsch, Leiter Produktionsdurchführung bei der DB Netz. Vor dem Unglück sind täglich 80 Züge in den Bahnhof eingefahren.

Größte Herausforderung ist der Wiederaufbau des zerstörten Stellwerkes. Die Planungen für den Neubau sind angelaufen. Das mehrere Millionen Euro teure Bauwerk soll 2014 stehen.

Die Unglücksnacht hat der Bahn Schäden in zweistelliger Millionenhöhe zurückgelassen. Verluste im hohen einstelligen Millionenbereich beziffert die private Eisenbahngesellschaft ITL, ein Unternehmen der Captrain Deutschland GmbH. Ihr gehören die beiden verunglückten Lokomotiven und die 30 teilweise restlos zerstörten Waggons.

Die derzeit noch unbefahrbare Strecke in Richtung Brieske/Senftenberg will die Bahn im Frühjahr 2013 behelfsmäßig wieder in Betrieb nehmen. Mit Schienenersatzverkehr müssen die Reisenden in den nächsten zwei Jahren immer wieder rechnen. Lokales Seite 11