"Große Dinge kündigen sich an, bleiben Sie nicht außen vor", formulierte er die Aufforderung, an diesem Wochenende für den Fidesz zu stimmen. Vor Zwei-Drittel-MehrheitTatsächlich dürfte die Wahl nicht nur einen Regierungswechsel nach sich ziehen, sondern auch einen gewaltigen Rechtsrutsch. Meinungsforscher sagen dem Fidesz unter dem ambitiösen Ex-Ministerpräsidenten Orban 55 bis 63 Prozent der Stimmen voraus. Das ungarische Wahlrecht begünstigt die jeweils stärkste Partei, so dass der Fidesz mit hoher Wahrscheinlichkeit im neuen Parlament sogar eine verfassungsändernde Zwei-Drittel-Mehrheit haben wird. Der regierenden Ungarischen Sozialistischen Partei (MSZP) droht nach acht Jahren an der Macht eine brutale Abstrafung. Nur 17 bis 21 Prozent der Wähler vertrauen ihr noch, stellten Meinungsumfragen ziemlich einhellig fest. Sie ist an der Aufgabe gescheitert, das Land zu modernisieren. Ihr erfolglos um Reformen ringender Ministerpräsident Ferenc Gyurcsany musste im Vorjahr nach dem Verlust seiner Glaubwürdigkeit zurücktreten. Korruptionsskandale im Umfeld der Budapester Verkehrsbetriebe (BKV) und bei sozialistischen Bezirksverwaltungen in der Hauptstadt Budapest schadeten dem Ansehen der MSZP noch zusätzlich. Hetze gegen Roma und JudenErstmals im Parlament vertreten sein dürfte die rechtsextreme Jobbik (Die Besseren), die nach Meinung der Wahlforscher auf 13 bis 18 Prozent kommen wird. In ihr sehen viele eine Bedrohung für die ungarische Demokratie. Die von jungen, medienbewussten und radikalen Politikern geführte Partei hetzt offen gegen die Roma in Ungarn und verbreitet abstruse anti-semitische Verschwörungstheorien. Sie hat ihre eigene paramilitärische Formation, die zwar inzwischen gerichtlich verboten ist, aber weiter landesweit in Erscheinung tritt. Sie will einen starken, ständisch organisierten Staat schaffen sowie die "Multis" und private Fernsehsender aus dem Land verbannen.