Bis Anfang November soll verhandelt werden, teilten beide Seiten nach dem Spitzengespräch am Montagnachmittag gemeinsam mit. Der Rest der Mitteilung blieb vage. Man habe sich geeinigt, "Gespräche zur Erhöhung der Attraktivität des Leh-rerberufs und zur Nachwuchssicherung zu führen". Allerdings bestünden zur Aufnahme von Tarifverhandlungen zur Lehrereingruppierung "nach wie vor unter-schiedliche Auffassungen".

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und die DBB Tarifunion wollen einen sächsischen Tarifvertrag für die rund 30 000 nicht verbeamteten Lehrer im Freistaat. Die schwarz-gelbe Staatsregierung setzt indes allein darauf, dass die Tarifkommission der Länder die strittige Frage der Eingruppierung für die sächsischen Lehrer mit regelt. Und da Finanzminister Georg Unland (CDU) als stur und sparsam bekannt ist, der Forderungen lässig abschmettern kann, zogen die Arbeitnehmer am Montag gleich mit Transparenten vor seine Tür: "Nur Mut, Herr Minister, verhandeln tut nicht weh!" Man wolle damit klarmachen, "dass es uns um konstruktive Verhandlungen geht", erklärte dbb-Vizechef Willi Russ.

Einig sind sich beide Seiten darin, dass die Altersteilzeit der sächsischen Lehrer an öffentlichen Schulen neu geregelt werden muss. Die Gewerkschaften haben die Verhandlungen darüber durch flächendeckende Warnstreiks im vergangenen Herbst erzwungen. Ihnen geht es darum, die Bezahlungsunterschiede zwischen den Schularten zu überwinden. Zudem fordern sie gleiches Geld wie die Kollegen in anderen Bundesländern.

Zaghaft diesen Forderungen angenähert haben sich die Landtagsfraktionen von CDU und FDP, als sie im November 2012 für einen Teil der Lehrer nachgaben. Die Grundschullehrer steigen demnach in die Entgeltgruppe elf auf. Das lässt sich Schwarz-Gelb im laufenden Doppelhaushalt neun Millionen Euro kosten.

Leer aus gingen indes die Pädagogen an Förderschulen und an Mittelschulen, obwohl gerade Letztere durch den Aufbau der neuen Oberschule derzeit stark gefordert sind. Immerhin ließen die Fraktionschefs von CDU, Steffen Flath, und FDP, Holger Zastrow, ehedem durchblicken, man wolle "auch diese letzte Gerechtigkeitslücke noch schließen".

Vertretungsreserven gefordert

In Sachen Altersteilzeit springen den Lehrern auch die Eltern bei. Die Landeselternräte von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen forderten am Wochenende in einem gemeinsamen Positionspapier von ihren Regierungen "ausreichende Vertretungsreserven bei Sicherstellung stabiler Lehrerkollegien", mehr Rücksicht auf "Gesundheitsvorsorge und altersbedingte Leistungsgrenzen der Lehrkräfte".